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Maj-Britt (20, l) und Lisa (23) montieren am 28.07.2014 im Daimler-Motorenwerk in Stuttgart die Motorträger an einem Achtzylinder-Benzinmotor. Foto: dpa
Ferienjobber Maj-Britt (links) und Lisa.
21.07.2015

5 Tipps für Ferienjobber - und eine PZ-Umfrage

Mit den Sommerferien haben auch die Ferienjobs wieder Hochkonjunktur. Die PZ hat fünf wichtige Tipps für Schüler und Studenten gesammelt, die arbeiten statt zu urlauben. Zudem wollen wir von euch wissen: Wo arbeitet ihr in den Ferien - und warum?

Möchtet ihr euch einen bestimmten Wunsch erfüllen? Spart ihr für eine Reise oder ein neues Smartphone? Und wo jobbt ihr überhaupt? Verratet es uns per Mail an simon.walter(at)pz-news.de - die Antworten wird die PZ am Samstag veröffentlichen. Gebt bitte euren Wohnort und euer Alter mit an. Vielen Dank!

Und nun zu den Tipps:

1. Pausen: Wer in den Ferien jobbt, sollte auf regelmäßige Pausen achten. Bei einer Arbeitszeit von mehr als viereinhalb und bis zu sechs Stunden am Tag müssen Schüler mindestens eine halbstündige Pause bekommen. Arbeiten sie mehr als sechs Stunden steht ihnen sogar eine Stunde zu. Darauf weist Florian Haggenmiller von der Jugendabteilung des Deutschen Gewerkschaftsbunde (DGB) hin.

2. Kindergeld: Ein Ferienjob wirkt sich unter Umständen nachteilig auf das Kindergeld aus. Grenzen gelten für alle, die nach Abschluss einer ersten Berufsausbildung oder eines Erststudiums weiter kindergeldberechtigt sind. Sie müssen beim Ferien- oder Nebenjob die zeitliche Beschränkung von 20 Stunden pro Woche beachten, wenn sie sich in einer weiteren Ausbildung befinden. Dieser Grenzwert darf zwar in zwei Monaten überschritten werden. Voraussetzung ist dann allerdings, dass die Grenze von 20 Stunden pro Woche im Jahresdurchschnitt insgesamt wieder eingehalten wird. Ansonsten fallen das Kindergeld oder die Kinderfreibeträge weg. Unproblematisch ist der Ferienjob hingegen bei Minderjährigen, Azubis in der Erstausbildung oder Studenten im Erststudium ohne vorherige Berufsausbildung. Hier bleibt der Kindergeldanspruch beziehungsweise der Anspruch auf Kinderfreibeträge unabhängig davon bestehen, wie viel gearbeitet wird.

3. Alter: Ferienjobs dürfen Jugendliche erst ab 15 Jahren ausüben. Darauf macht das nordrhein-westfälische Arbeitsministerium aufmerksam. Dabei gilt: Schüler dürfen an maximal 20 Tagen im Jahr, pro Woche höchstens an fünf Tagen jobben. Die tägliche Arbeitszeit darf acht Stunden nicht überschreiten. Nachts zwischen 20.00 Uhr und 06.00 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen ist die Arbeit für Jugendliche tabu. Ausnahmen: Im Krankenhaus oder Altenheim dürfen Jugendliche auch an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden, Jugendliche über 16 Jahre in der Gastronomie bis 22.00 Uhr. 

4. Gefahren: Wer nach einem Job für die Ferien sucht oder regelmäßig etwas nebenher verdienen will, sollte sich nicht durch hohe Verdienstmöglichkeiten täuschen lassen. Wenn zum Beispiel 1500 Euro für eine Nebentätigkeit im Monat geboten werden, ist Skepsis mehr als angebracht. Darauf weist das Portal «checked4you» hin, ein Angebot der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Oft stecken Tricks dahinter, bei denen man eher Geld loswird, aber keines verdient. Auch wenn nicht gesagt wird, um welche Tätigkeit es sich bei dem Job handelt, kein Firmenname und keine Adresse angegeben werden, lässt man besser die Finger davon. Schweigeerklärungen zu unterschreiben, ist auch nicht ratsam. Und auf gar keinen Fall sollte man voraus Geld für etwas zahlen. Auf Jobsuche schaut man sich am besten Angebote des Arbeitsamtes an oder nutzt persönliche Kontakte.

5. Lohnsteuer: Ferienjobber bezahlen oftmals zu viel Lohnsteuer. Denn bei der monatlichen Lohnsteuerberechnung wird davon ausgegangen, dass sie das ganze Jahr über ein gleich hohes Einkommen haben. Das haben Schüler aber nicht, wenn sie nur in den Sommerferien arbeiten - oder Studenten, wenn sie nur in den Semesterferien jobben. Darauf weist das Finanzministerium von Brandenburg in Potsdam hin. In vielen Fällen erhalten Schüler oder Studenten sogar die gesamteLohnsteuer vom Finanzamt zurück. 2015 sei das bei der Steuerklasse I voraussichtlich zum Beispiel der Fall, wenn der Jahresbruttolohn maximal bei rund 10 424 Euro liegen wird.