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Die Notaufnahme in der Kinderklinik: Der leitende Oberarzt Frank Eickmeier und 

die Kinderkrankenschwester Sandra Bauer betreuen dort regelmäßig Jungen und 

Mädchen mit Alkoholvergiftung.
Die Notaufnahme in der Kinderklinik: Der leitende Oberarzt Frank Eickmeier und die Kinderkrankenschwester Sandra Bauer betreuen dort regelmäßig Jungen und Mädchen mit Alkoholvergiftung. © Seibel
18.05.2011

50 junge Koma-Trinker mit Vergiftung im Krankenhaus

PFORZHEIM. Seit einem Jahr hilft die Aktionsgemeinschaft Drogen 13- bis 17-Jährigen, die mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus landen. 75 Prozent der 50 Mädchen und Jungen waren zu einem Gespräch bereit. Es gab zwei Rückfälle. Die Sozialarbeiterin Sabine Fingberg, ebenfalls Sozialarbeiterin bei den AG Drogen, betreute im vergangenen Jahr 50 Mädchen und Jungen im Rahmen des Projekts 13, die mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus gelandet waren. Noch am Krankenbett gibt es die ersten Infos für nachfolgende Gesprächsangebote, bei denen auch die Eltern eine wichtig Rolle spielen.

„Die Eltern sind froh, dass sie mit ihren Kindern reden können,“Über die Hälfte der Betroffenen seien psychisch außergewöhnlichen belastet gewesen, sagt Fingberg. In 30 Prozent waren die Eltern oder Großeltern schwer erkrankt beziehungsweise gestorben.Oftmals unterschätzten die Jugendlichen die Wirkung des Alkohols schlichtweg, in anderen Fällen diene das Komatrinken dazu, Probleme in der Familie wie Krankheiten, zu übertünchen. Das Projekt werde aller Wahrscheinlichkeit weiterlaufen: Pforzheim hat die Finanzierung bis Ende 2011 und der Enzkreis bis Ende 2014 zugesagt. mof