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Kinderporno-Ermittlung: 50 „eindeutige“ Darstellungen gefunden.
Kinderporno-Ermittlung: 50 „eindeutigen“ Darstellungen gefunden © dpa
18.10.2010

50 kinderpornografische Bilder bei Rektor gefunden

PFORZHEIM. Auf der Computerfestplatte des Leiters einer Pforzheimer Schule sind laut Staatsanwaltschaft rund 50 „eindeutige kinderpornografische Darstellungen“ gefunden worden. Die Auswertung dauerte mehrere Monate.

Es seien, so Oberstaatsanwalt Christoph Reichert, Hinweise aus einem parallel laufenden Fall von Kinderpornografie im Raum Karlsruhe gewesen, die die Ermittler in Pforzheim alarmiert hätten. Der Beschuldigte in besagtem anderen Verfahren habe, das hätten die Auswertungen ergeben, einschlägiges Material an den Leiter einer weiterführenden Schule in Pforzheim übermittelt. Vor etwa einem Jahr klingelten die Ermittler an der privaten Tür des Verdächtigen, und „aus Sicherheitsgründen“ (Reichert) schauten sie genauer hin, was sich auf der Festplatte befand. Es seien insgesamt, so der Behördenleiter der Staatsanwaltschaft, rund 50 „eindeutige Fälle von kinderpornografischen Darstellungen“ gefunden worden. Dazu käme noch der Besitz von jugendpornografischen Dateien.

Die Auswertung der beschlagnahmten Datenträger habe sich über Monate hingezogen, sagt Reichert. Die Dateien hätten erst mühsam sichtbar gemacht werden müssen. Dass die Bilder durch zufälliges Klicken im Internet auf der Festplatte gelandet seien, hält Reichert für unwahrscheinlich: Ab einer gewissen Anzahl spreche alles dafür, dass jemand diese Aufnahmen aktiv gesucht und dann gespeichert habe. Im August, also kurz vor den Sommerferien, habe man das Ergebnis der Ermittlungen gehabt und aufgrund der besonders sensiblen Stellung und des Berufs – Pädagoge und Leiter einer Schule – habe man unverzüglich das Oberschulamt im Regierungspräsidium Karlsruhe eingeschaltet. Die vorgesetzte Behörde habe den Rektor suspendiert und ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Dieses, so Pressesprecher Uwe Herzel, sei zurzeit bis zum strafrechtlichen Abschluss des Verfahrens ausgesetzt worden.

Nach den Sommerferien war der Rektor – angeblich aus gesundheitlichen Gründen – nicht mehr an die Schule zurückgekehrt. Eltern und Lehrer zeigten sich am Tag der ersten Veröffentlichung in der PZ am Samstag entsetzt über die Vorwürfe.

Der Pforzheimer Fall ist nach Herzels Kenntnis der erste dieser Art im Regierungsbezirk Karlsruhe. Im vergangenen Jahr war ein Oberstudiendirektor in Schramberg über Kinderpornografie auf seinem Computer gestürzt. Er akzeptierte einen Strafbefehl über 80 Tagessätze und verließ Schramberg Hals über Kopf.

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