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Den stolzen Wert von 5,24 Promille konnte ein 52-jähriger Mann ins Teströhrchen bei der Pforzheimer Polizei blasen. Dort hin hatte ihn eine Taxi-Fahrerin gebracht, die den Fahrgast nicht sicher nach Hause befördern konnte.
Den stolzen Wert von 5,24 Promille konnte ein 52-jähriger Mann ins Teströhrchen bei der Pforzheimer Polizei blasen. Dort hin hatte ihn eine Taxi-Fahrerin gebracht, die den Fahrgast nicht sicher nach Hause befördern konnte. © Symbolbild: dpa
10.01.2013

5,24 Promille: Taxi-Fahrerin bringt Kunden zur Polizei

Drei Promille Blutalkoholgehalt können für viele Menschen, die nicht besonders robust gebaut oder Alkohol gewöhnt sind, tödlich sein. Da sind die 5,24 Promille, die die Pforzheimer Polizei bei einem 52-jährigen Mann in der Nacht auf Donnerstag gemessen hat, schon ein erstaunlicher Wert. Zur Ausnüchterung in der Zelle im Keller der Polizeidirektion Pforzheim wurde der Mann mit dem Taxi chauffiert – die Taxi-Fahrerin lieferte ihren Fahrgast dort ab, da der nicht mehr in der Lage war, sein Zuhause anzusteuern.

Immerhin: Blasen konnte er noch. Irgendwie schaffte es der Mann, so viel ins Röhrchen zu pusten, dass das Alkoholmessgerät den sagenhaften Wert von 5,24 Promille anzeigte. „Solch einen Wert hatten wir in Pforzheim noch nie“, bestätigt Polizeisprecherin Maria Logotheti. Das „Abendblatt“ hatte 2009 die 6,7 Promille eines Einbrechers als höchsten Hamburger Wert aller Zeiten bezeichnet. Dass exzessives Trinken tödlich sein kann, zeigt der Fall Amy Winehouse vor. Die 2011 in London gestorbene Sängerin hatte laut Obduktionsergebnis 4,16 Promille im Blut.

Da nicht auszuschließen war, dass der Betrunkene daheim seinen Pforzheimer Rekordwert noch gesteigert und sich wirklich in Lebensgefahr getrunken hätte, erschien es den Beamten sicherer, ihn die Nacht zur Ausnüchterung in der Gewahrsamszelle unterzubringen, „da dies das mildeste taugliche Mittel zur Störungsbeseitigung war“, wie es im Polizeibericht heißt.

Ein Mensch baue in acht Stunden etwa ein Promille ab, sagte Maria Logotheti. Um diesen Mann auszunüchtern, würde es theoretisch Tage brauchen. Allerdings seien solch starke Alkoholiker in der Regel auch mit einem vergleichsweise hohen Promillewert handlungsfähig.

Ob er nach dem Aufwachen schon wieder alle Sinne beieinander hatte und den Heimweg finden konnte, ist nicht bekannt. Unklar ist auch noch, ob und wie die Taxi-Chauffeurin ihre Extrafahrt honoriert bekam. pol/tok

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