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Ihr handwerkliches Geschick haben die Schüler beim Infotag getestet.
Ihr handwerkliches Geschick haben die Schüler beim Infotag getestet. © Bechtle
26.10.2010

600 Schüler testen handwerkliches Geschick beim Infotag

PFORZHEIM. T-Shirts mit der Aufschrift „Einfach gut gebaut“ als Programm: Beim Infotag der Bau-Innung Pforzheim im Ausbildungszentrum der Innung und der Alfons-Kern-Schule an der Westlichen haben Auszubildende rund 600 Schülern aus Pforzheim und dem Enzkreis gezeigt, wie man richtig mauert, sägt oder Fliesen legt.

„Bei uns schauen die Schüler nicht nur zu, sondern sie dürfen bei praktischen Wettbewerben ihre Begabungen im Holzfällersäge- oder Nagelwettbewerb unter Anleitung des Ausbildungsmeisters Remigius Dyka selbst erproben“, so Marita Teuscher, Geschäftsführerin der Bau-Innung Pforzheim-Enzkreis. Für die Sieger gebe es einen Meisterschaftspokal sowie Meister-T-Shirts. Dieser Infotag werde immer beliebter und sei inzwischen eine zehnjährige Erfolgsgeschichte mit insgesamt mehr als 70 000 Besuchern seit dem Jahr 2001, sagt Teuscher. Eine Ausbildung in einem Bauberuf biete engagierten jungen Menschen vielfältige und interessante Perspektiven.

„Hintergrund des Infotages ist der weiterhin hohe Fachkräftebedarf in der Baubranche“, sagt Ausbildungsleiter Remigius Dyka.

„Angesichts von vielen Millionen sanierungsbedürftigen Wohneinheiten in Deutschland, eines nach wie vor bestehenden Neubaubedarfs im Wohnungsbau sowie des mangelhaften baulichen Zustandes vieler öffentlicher Gebäude und Straßen hat die Bauwirtschaft auch in den kommenden Jahren viel zu tun“, prophezeit die Geschäftsführerin der Innung. Gefragt seien neben qualifizierten Facharbeitern auch Führungskräfte wie Vorarbeiter, Poliere, Meister und Ingenieure. Daher seien die Aufstiegschancen am Bau für gut ausgebildete Nachwuchskräfte derzeit besonders günstig, so Hans-Peter Dennig, Obermeister der Bau-Innung Pforzheim. „Die höchsten Lehrlingszahlen weisen die Berufe Maurer, Zimmerer, Stuckateur, Fliesenleger und Straßenbauer auf“, sagt Dennig. Die überdurchschnittliche Ausbildungsvergütung könne sich sehen lassen: Sie betrage 614 Euro im ersten, 943 Euro im zweiten und 1191 im dritten Ausbildungsjahr.

Wegen des weiter zunehmenden Einsatzes von Maschinen und moderner Technik hätten sich die Anforderungen erheblich verändert. „Waren früher eine gute körperliche Konstitution und Muskelkraft gefragt, so sind heute umfassendes Fachwissen und technische Kenntnisse unabdingbar“, sagt der Obermeister. Daher erwarteten die meisten Unternehmen von ihren Bewerbern einen guten Hauptschulabschluss. Eine kontinuierliche Weiterbildung sei unverzichtbar.