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Weil in einem Kohle-Zwischenlager des Pforzheimer Heizkraftwerks (HKS) erhöhte Temperaturen gemessen wurden, müssen nun die Feuerwehr Pforzheim und HKW-Mitarbeiter die Kohle mühsam aus dem Lager herausholen, kühlen und im Notfall auch ablöschen, um ein mögliches Aufglimmen zu verhindern. 
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70 Tonnen erwärmte Kohle in einem Silo des Heizkraftwerks Pforzheim müssen herausgeholt und gekühlt werden - eine viele Stunden lang dauernde Aufgabe für die Feuerwehr Pforzheim und die HKW-Mitarbeiter. 

70 Tonnen heiße Kohle müssen aus Heizkraftwerk-Silo geholt und gekühlt werden

Pforzheim. So schlecht kann dieser Sommer ja nicht sein, wenn es sogar der Kohle zu heiß wird. Wenn diese sich allerdings in einem Silo befindet und eine kritische Temperatur überschreitet, kann es gefährlich werden. Weil in einem gerade nicht für die Verbrennung benötigten Kohle-Zwischenlager des Pforzheimer Heizkraftwerks (HKS) das dort installierte Lasermessgerät erhöhte Temperaturen im Inneren des Silos erkannt hat, müssen nun die Feuerwehr Pforzheim und HKW-Mitarbeiter die Kohle mühsam aus dem Lager herausholen, kühlen und im Notfall auch ablöschen, um ein mögliches Aufglimmen zu verhindern.

Das am Mittwoch gegen 10 Uhr gestartete kontrollierte Leeren des Zwischenlagers, das einen HKW-Block bedient, der gerade in Revision ist, sei eine Vorsichtsmaßnahme, wie es Feuerwehr Pforzheim und Heizkraftwerk Pforzheim GmbH in einer gemeinsamen Presseerklärung schildern. Ein Ablöschen oder Kühlen im Silo selbst sei nicht möglich, so HKW-Geschäftsführer Martin Seitz auf PZ-news-Anfrage. Auch bestehe bei der dort gelagerten Stückkohle keine Gefahr einer gefährlichen Selbstentzündung, wie etwa bei Staubexplosionen. Von den rund 70 Tonnen Kohle im Silo sei nur der Kern bedenklich heiß, weshalb man sich zum Absaugen des Materials mit anschließender Kühlung entschlossen hat.

So groß die Kohlemenge auch auf den ersten Blick erscheinen mag, so überschaubar ist die Menge im Vergleich zu dem, was das Pforzheimer HKW täglich verbrennt, um Strom und Wärme zu erzeugen. „Das sind an einem Tag rund 240 Tonnen Kohle“, erklärt Seitz. Was die Aktion auf dem Kohlevorplatz des HKS so langwierig macht, ist die vergleichsweise geringe Menge, die bei jedem Leervorgang aus dem Silo geholt werden kann. „Das könnte bis zum Freitag dauern“, schätzt Seitz. Die nasse Kohle werde nach dem Trocknen wieder in der HKW-Produktion eingesetzt, ein Sachschaden im eigentlichen Sinne sei also nicht entstanden.

Durch das Leeren und Kühlen „kann es im Bereich des HKW zu Geruchsentwicklungen kommen“, heißt es in der Pressemitteilung. Der Betrieb und die Erzeugung der Fernwärme seien von dieser Maßnahme nicht betroffen. Die Feuerwehr Pforzheim hatte den Einsatz zunächst mit fünf Fahrzeugen und 20 Einsatzkräften unterstützt.