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© Symbolbild: dpa
19.09.2014

81 Ermittlungsverfahren wegen Kinderpornografie im Land

Stuttgart. Die Staatsanwaltschaften im Südwesten ermitteln in 81 Fällen gegen Besteller von mutmaßlich kinderpornografischem Material eines kanadischen Anbieters. Auch in Pforzheim wird in einem Fall ermittelt.

Bei dem Anbieter soll es sich laut Medienberichten um den Versandhändler Azov handeln, bei dem auch der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy Fotos bestellt haben soll. Deutschlandweit wird die Datei des kanadischen Versandhändlers Azov vermutlich zu rund 900 Ermittlungsverfahren wegen Kinderpornografie führen. 705 Verfahren wegen des Anfangsverdachts auf Besitz, Erwerb und Verbreitung von kinderpornografischem Material seien bereits bundesweit eingeleitet worden, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt, Alexander Badle, der Nachrichtenagentur dpa am Freitag.

Im Februar 2012 hatten kanadische Ermittler die Azov-Datei ihren deutschen Kollegen beim Bundeskriminalamt übergeben. Seitdem laufen die Ermittlungen.

Der Schwerpunkt der Fälle in Baden-Württemberg liegt laut der Zeitung im Raum Stuttgart mit 21 Verfahren. In Mannheim und Ellwangen seien jeweils 10 Verfahren anhängig. In 7 Fällen werde in Tübingen, in 5 Fällen in Ravensburg und Rottweil ermittelt. Auch Ulm, Karlsruhe, Heilbronn (je 4), Freiburg (3), Heidelberg, Offenburg (je 2) sowie Lörrach, Hechingen, Pforzheim und Mosbach (je 1) tauchten auf der Liste der Ermittler auf. Behördenleiterin Sandra Bischoff bestätigte, dass die Staatsanwaltschaft Pforzheim in einem Fall ermittle.