nach oben
Foto: Symbolbild
Foto: Symbolbild
07.07.2015

8,5 Tonnen Kupfer gestohlen und verkauft – Bandenmitglied verurteilt

Pforzheim. Zu zwei Jahren Gefängnis wegen schweren Bandendiebstahls ist am Dienstag ein 33-jähriger Mann vor dem Schöffengericht verurteilt worden. Das Gericht unter Vorsitz von Karl-Michael Walz sah es als erwiesen an, dass der in Dortmund lebende Mann Mitglied einer Diebesbande war, die am 12. Oktober 2013 in einen Metallhandel in der Goldstadt eingebrochen war, wo sie 8,5 Tonnen Kupfer, einen Lastwagen und einen Transporter stahl.

Das Kupfer brachten die Männer zu einem Hehler bei Dortmund, die Fahrzeuge ließen sie am Straßenrand zurück. Der Angeklagte, Vater von drei Kindern, war zwar nicht vor Ort an dem Einbruchdiebstahl beteiligt gewesen, hatte aber zugegeben, an der Organisation des Transports und des Verkaufs mitgewirkt zu haben. Daran, dass der Mann gewerbsmäßig gehandelt hatte, habe es keinen Zweifel gegeben, so Walz in seiner Urteilsbegründung.

In vielen Städten zugeschlagen

Die Bande, die auch in zahlreichen anderen Städten auf dieselbe Art zugeschlagen hatte, habe dem Betrieb einen Schaden von mehr als 100 000 Euro zugefügt. Eine Nürnberger Kriminalbeamtin berichtete gestern, dass 14 Fälle unter der Verantwortung der Nürnberger Ermittlungskommission „Heavy Metall“ untersucht worden waren. In weiteren Städten, darunter Dortmund, Hagen, Coburg und Meiningen, habe es Ermittlungskommissionen gegeben, die sich schließlich in Stuttgart trafen und kooperierten. So wurden 58 Fälle in Deutschland bekannt. Allerdings seien einige der aus Osteuropa stammenden Mitglieder wohl zuvor bereits in Spanien tätig gewesen und hatten ihr Diebstahlgeschäft nach Deutschland verlegt, als ihnen die Lage dort zu heiß zu werden drohte.

Die betroffene Firma in Pforzheim war von eben dieser Bande bereits wenige Wochen zuvor beraubt worden. Damals allerdings hatten die mehrheitlich führerscheinlosen Diebe einen Laster derart überladen, dass auf der Autobahn ein Reifen geplatzt war und sie die Beute zurücklassen mussten. Im Oktober vollendeten sie ihren Plan und verkauften das Kupfer für rund 24 000 Euro. Das Metall konnte im Gegensatz zu den Fahrzeugen bis heute nicht wiedergefunden werden.

Leserkommentare (0)