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Die Tunnelpatin jubelt: Sabine Hager im Kreise der ihr anvertrauten Bergleute Alois Pinter (links), Martin Röschl, Simon Brion und Zulfiqa Haider (gelbe Helme, von links). Mit ihnen freuen sich auf der Baustelle an der Königsbacher Landstraße Projektleiter Jens Sinn und Projektingenieurin Ute Schmidt.  Ketterl
Die Tunnelpatin jubelt: Sabine Hager im Kreise der ihr anvertrauten Bergleute Alois Pinter (links), Martin Röschl, Simon Brion und Zulfiqa Haider (gelbe Helme, von links). Mit ihnen freuen sich auf der Baustelle an der Königsbacher Landstraße Projektleiter Jens Sinn und Projektingenieurin Ute Schmidt. Ketterl
12.11.2015

Ab jetzt heißt er Sabine-Tunnel

„Das ist eine riesengroße Ehre für mich“, freut sich Sabine Hager, die frisch gekürte Patin des Pforzheimer Tunnels zwischen Pforzheim und Ispringen, für dessen Neubau die Vorbereitungen derzeit auf Hochtouren laufen. Er wird auch ab sofort – bis zum Ende der Bauarbeiten 2018 – ihren Namen tragen: Sabine-Tunnel.

Am Donnerstag haben die DB Netz AG und das Bauunternehmen Baresel das Geheimnis um die Tunnelpatenschaft gelüftet und die 52-jährige Ehefrau von Pforzheims Oberbürgermeister Gert Hager der Öffentlichkeit präsentiert.

„Ich weiß, dass dieses Ehrenamt auch eine große Verpflichtung ist“, bekennt die 52-Jährige. Sie gilt der Tradition gemäß als symbolische Vertreterin der heiligen Barbara, Schutzpatronin der Mineure (Bergleute). „Und die ist den Arbeitern auch heute noch unheimlich wichtig“, erklärt Jens Sinn, Projektleiter der Baufirma Baresel. Sie legten großen Wert darauf, dass die Patin sie regelmäßig bei den Arbeiten im Tunnel besuche. „Die Mineure freuen sich auch immer über kleine Präsente wie Kuchen“, sagt Sinn augenzwinkernd Richtung Hager. Die weiß aber durchaus schon über ihre künftigen Aufgaben Bescheid, wie sie unter Beweis stellt.

„Ein ganz wichtiger Termin für mich als Tunnelpatin steht schon am 4. Dezember mit dem Barbaratag an, dem Feiertag der Mineure“, erklärt Hager. An diesem Tag ruhen die Arbeiten auf der Baustelle und die Bergleute gedenken ihrer Schutzpatronin. Und noch weitere Pflichttermine hat die Patin wahrzunehmen, wie Projektingenieurin Ute Schmidt betont. Denn schon Mitte Januar wartet die Tunnelanschlagsfeier auf Sabine Hager, bei der sie als Patin den symbolischen Startschuss für den Tunnelvortrieb gibt.

909 Meter gilt es dann von Ispringen aus durch den Fels zu graben, parallel zur derzeitigen Röhre, die – 1860 gebaut – nicht mehr zu sanieren ist. Rund 30 Mineure werden im Schichtbetrieb 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche 14 Monate lang arbeiten, um Anfang 2017 in Pforzheim „rauszukommen“. Mit der sogenannten Durchschlagfeier steht dann ein weiterer Termin für Tunnelpatin Sabine Hager an. Die Innenverschalung der Röhre sowie Arbeiten außerhalb des Tunnels werden dann noch mal rund eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen. Schmidt: „Die Inbetriebnahme des Pforzheimer Tunnels ist für September 2018 anvisiert.“

Bis dahin aber heißt er Sabine-Tunnel – und das zum vollen Stolz der Mineure. Denn aus ihren Kreisen ist zu hören, dass sich die frischgebackene Patin beim „Probefahren“ eines 16-Tonnen-Bagger mehr als wacker geschlagen habe.

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