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Jahrelang fand der Pforzheimer Gruschtelmarkt im Herzen der Stadt statt. Jetzt wird er auf den Waisenhausplatz und die Zerrennerstraße verlegt. © Ketterl
28.02.2017

Ab jetzt sonntags: Gruschtelmarkt wird zur Zerrennerstraße verlegt

Pforzheim. Mitten in der City, Hunderte von Händlern vom Schüler bis zum Profi, Zehntausende von Besuchern – der Gruschtelmarkt im Herzen der Stadt war bislang ein garantierter Besuchermagnet. Jetzt soll das Großereignis umziehen. Der Gruschtelmarkt wird in diesem Jahr zum ersten Mal an einem Sonntag, 23. Juli, von 11 bis 18 Uhr ausgerichtet und findet im Bereich des Waisenhausplatzes sowie zwischen Deimling- und Leopoldstraße statt.

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Zudem wird die Organisation des Gruschtelmarktes vom bisherigen Veranstalter, dem städtischen Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP), auf eine externe Agentur übertragen, der Agentur KS-Management Klaus Scheppe. Aufgrund dieser Neuausrichtung wird die Veranstaltung 2017 mit dem „1. Pforzheimer Gruschtelmarkt an der Enz“ betitelt. Einher geht da mit eine Neuausrichtung des Events. Neuer Ort, neue Zeit – das Gruschteln und Feilschen an der Enz findet zukünftig an einem familien- und ausflugsfreundlichen Sonntag statt.

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„Die Fußgängerzone als Veranstaltungsareal wird abgelöst durch den gut erreichbaren und bestens andienbaren Waisenhausplatz sowie den Streckenabschnitt der Zerrennerstraße zwischen Deimling- und Leopoldstraße“, heißt es in einer städtischen Pressemitteilung. Die bessere Erreichbarkeit ist das Eine, die bessere Akzeptanz beim Marktbesucher das Andere. Können Waisenhausplatz und Zerrennerstraße so viel Flair bieten wie die Innenstadt?

„Der Kinderflohmarkt spielt sich auf der gegenüberliegenden Seite der Enz und somit in besonders reizvoller Lage ab“, so die Pressemitteilung. Damit wären der normale Gruschtelmarkt und der Kinderflohmarkt räumlich stärker getrennt. Das Areal ermögliche, so die Stadtverwaltung, darüber hinaus eine unmittelbare räumliche Anbindung von der Enz zur Fußgängerzone – und somit zum Kernbereich des Einzelhandels in der Pforzheimer City. Der Einzelhandel jedoch hat am Markt-Sonntag geschlossen.

Der städtische Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) hat die Organisation und Abwicklung des Gruschtelmarktes auf einen externen Dienstleister übertragen. Auf der neuen Veranstaltungsfläche könne die Firma KS-Management Klaus Scheppe, ein erfahrener Event-Dienstleister aus Bühl, die Möglichkeit einer Voranmeldung und Vorabvergabe der Standflächen bieten, sodass künftig im Vorfeld des Marktes eine sehr frühzeitige, mitunter das Umfeld störende Markierung und Besetzung der einzelnen Standflächen durch die Verkäufer nicht notwendig sei. Zudem führe der neue Gruschtelmarktbetreiber eine Müllkaution zur Vermeidung von zurückgelassenen, zu entsorgenden Waren ein.

Zur Neuausrichtung des Gruschtelmarktes - als nunmehr sonntäglicher Flohmarkt - haben den WSP als bisherigen Veranstalter verschiedene Gründe bewogen. Im bisherigen Veranstaltungsareal habe sich insbesondere im Kernbereich der Fußgängerzone in den vergangenen Jahren das Zusammenspiel zwischen dem ansässigen Einzelhandel und den Gruschtelmarkt-Ausstellern als „zunehmend schwierig im Hinblick auf die verfügbaren und beanspruchten Flächen, den Standaufbau und die Erreichbarkeit der Ladenlokale“ erwiesen, so die Stadt. Die Fußgängerzone und ihr direktes Umfeld hätten als Veranstaltungsort zudem deutlich erschwerte Bedingungen zum Andienen und Abtransport der feilgebotenen Waren mit sich gebracht. Auch die Entsorgung von diversen Hinterlassenschaften am Standort habe sich zunehmend als problematisch erwiesen.

Bedingt durch die umfangreichen Umgestaltungsarbeiten im Bereich von Fußgängerzone und der Östlichen Karl-Friedrich-Straße im Jahr 2018 sei eine Verlegung des Gruschtelmarktes ohnehin unausweichlich.

„Um den Markt auch weiterhin in der Innenstadt durchzuführen, wurde der Waisenhausplatz rund um das Theater sowie der östliche Teilabschnitt der Zerrennerstraße als Alternative im Detail geprüft und nun ausgewählt“, heißt es in der Pressemitteilung. Der Abschnitt der Zerrennerstraße wird während der Veranstaltung für den Straßen- und öffentlichen Nahverkehr gesperrt.

Die Neuausrichtung bedeute auch, dass etwa Familien und Wochenendausflügler stärker als Zielgruppen berücksichtigt würden. Der bisher als Nacht- und Tagesmarkt an einem Freitag und Samstag konzipierte Gruschtelmarkt werde zukünftig immer sonntags von 11 bis 18 Uhr stattfinden, „was Ablauf und Ausgestaltung der Veranstaltung für Besucher und Aussteller entlasten und entspannen“ werde. Darüber hinaus brachte der bisherige Nachtgruschtelmarkt einen erhöhten Einsatz an Sicherheitskräften und mitunter Störungen der Anwohner des betreffenden Innenstadtbereichs mit sich.

„Rückläufige Ausstellerzahlen der vergangenen Jahre belegen zudem, dass das Konzept eines Nachtmarktes weniger gefragt ist und durch eintägige, familienorientierte Sonntagsmärke abgelöst werden sollte“, so die Stadt. Und es gebe noch einen weiteren Vorteil, erläutert Rüdiger Fricke, Fachbereichsleiter Citymarketing und Eventmanagement beim WSP: „So können Aussteller und Besucher am Sonntag problemlos im Parkhaus zu einer günstigen Pauschale parken, unmittelbar unter dem Veranstaltungsareal. Standbetreiber und Käufer belegen somit auch nicht mehr an einem Samstag die Parkplätze, die gerne von den Kunden des Einzelhandels benutzt werden.“

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