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Elf Mädchen der Tanzschule Saumweber-Fischer zeigen beim „AbiPfest“ eine Hip-Hop-Choreographie und heizen der zurückhaltenden Stimmung der Abiturienten etwas ein. Foto: Ketterl
Es könnte voller sein: Einige Schüler stehen abwartend auf der Tanzfläche. Foto: Ketterl
Die Veranstalter von „Erlebnishelden“ Tobias Gay (rechts) und Jens Schröck. Foto: Ketterl
Jessica, Simone, Abiturient Jannis und Sebastian Kania lauschen der Disco-Musik. Foto: Ketterl
DJ Shockz & Phil Excess machen den Auftakt des „AbiPFests“. Foto: Ketterl
14.07.2017

"AbiPFest"-Premiere: Party statt Move im Herzen der Stadt

Pforzheim. Strahlender Sonnenschein hat um 17 Uhr den Regenschauer, der eine Stunde zuvor heruntergeprasselt ist, abgelöst. Am Marktplatz, auf dem Abiturienten aus zehn Schulen aus Pforzheim und dem Enzkreis das Ende ihrer Schulzeit feiern wollen, herrscht vorerst trotzdem noch gähnende Leere. Das „AbiPFest“, findet zum ersten Mal in dieser Form statt und ersetzt den langjährigen „Abimove“, sowie ursprüngliche Pläne für ein zweitägiges Sommerfest auf dem Messplatz.

Bildergalerie: "AbiPFest"-Premiere auf dem Pforzheimer Marktplatz

DJ Shockz & Phil Excess fangen an, Musik aufzulegen, vereinzelt treffen nach und nach Schüler der Gymnasien ein. Auf ihren T-Shirts sind die Abimottos zu lesen: „Stabil – 12 Jahre Bankdrücken“, „Habi Potter – 12 Jahre Volldermord“ und „Abisutra – Jetzt gehen wir auf Stellung“ sind ein paar davon.

Die PZ begleitete die Party mit ihrem Snapchat-Account pznews. Dort sind noch bis Samstagabend Fotos und kurze Videos vom Marktplatz zu sehen.

Es ist fast 18 Uhr, als ein neuer Schwung von Schülern eintrifft und es sich im Chillout-Bereich bequem macht – als Sitzgelegenheiten haben die Veranstalter Paletten mit daraufliegenden Sandsäcken aufgestellt. Noch sind die Schüler zurückhaltend, zeigen sich aber dennoch überwiegend optimistisch: „Es ist schön, dass das Fest überhaupt stattfindet“, finden zwei Abiturientinnen, die ihren Abschluss am Theodor-Heuss-Gymnasium gemacht haben. „Hoffentlich kommen noch mehr Leute.“ Um die Schüler zum Tanzen zu motivieren, locken die DJs nun mit Freibier. Das funktioniert zumindest teilweise, rund zehn Jugendliche kommen im Laufschritt nach vorne auf die Tanzfläche.

Um 18.30 Uhr sind noch ein paar weitere Jugendliche hinzugekommen, die Tanzschule Saumweber-Fischer führt eine Hip-Hop-Choreografie vor. Um 19 Uhr steht dann die von der Stadt vorgegebene obligatorische 15-minütige Pause an, die für die Anwohner angesetzt wurde.

Erst um 19.30 Uhr kommen die Abiturienten langsam in Fahrt: Die Tanzfläche füllt sich etwas, die Stimmung wird euphorischer. Bis 21 Uhr wird mit den DJs „VinülJunkie“, „Luis Sarananda & Manolo Sanchez“ und Simon & Phil“ weitergefeiert, bevor es für die Jugendlichen zur Party ins „Sägewerk“ weitergeht.

Die Partizipation der Jugendlichen an der Organisation, sei es das Finden von Sponsoren oder die Organisation von Veranstaltungen im Vorfeld zur Geldeinnahme, habe leider zu wünschen übriggelassen, erzählt der Organisator des „AbiPFests“ und Geschäftsführer der „Erlebnishelden“, Tobias Gay. „Effektiv geholfen haben uns rund vier Schüler.“ Auffällig sei gewesen, wie begeistert die Abiturienten anfangs noch gewesen seien – diese Motivation sei allerdings schnell abgeebbt.

Positive Worte findet er dennoch. Für den neuen Veranstaltungsort zum Beispiel: „Ich finde es hier besser als auf dem Messplatz, schon allein deshalb, weil es viel zentraler ist“, so der Veranstalter. „Es ist immer schön, etwas Leben in die Innenstadt zu bringen.“

Der 94-jährige Anwohner Hans Naumann kann dem nur zustimmen. Er sitzt an seinen Rollstuhl gelehnt auf der Mauer und genießt das Spektakel: „Ist doch mal was anderes“, sagt er. Die Musik störe ihn als Anwohner nicht.

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