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Deutlich wohnlicher als eine Zelle sei dieses Zweibett-Zimmer, finden Regierungspräsidentin Nicolette Kressl und Innenminister Reinhold Gall bei der Besichtigung der Abschiebehaftanstalt. Fotos: Ketterl
Deutlich wohnlicher als eine Zelle sei dieses Zweibett-Zimmer, finden Regierungspräsidentin Nicolette Kressl und Innenminister Reinhold Gall bei der Besichtigung der Abschiebehaftanstalt. Fotos: Ketterl
Von Anstaltsleiter Hans-Peter Paukner (links) lässt sich Innenminister Reinhold Gall die Einrichtung im Detail zeigen.
Von Anstaltsleiter Hans-Peter Paukner (links) lässt sich Innenminister Reinhold Gall die Einrichtung im Detail zeigen.
Mehrere Computer befinden sich im „Internetcafé“.
Mehrere Computer befinden sich im „Internetcafé“.
01.04.2016

Abschiebehaft in Pforzheim: Aus Zellen werden Zimmer

Pforzheim. Reinhold Gall, Noch-Innenminister (SPD), ist mit großem Gefolge angereist – Fachreferat, Pressestelle – zum wahrscheinlich letzten größeren Auftritt als Minister in Pforzheim. Hier hat er sich mit der Polizeireform ebenso wenig Freunde gemacht wie mit der Umwandlung des Jugendgefängnisses in die einzige Abschiebehaftanstalt des Landes. Lokalpolitiker aller Couleur wandten sich gegen beide Entscheidungen – ohne Erfolg. An diesem Nachmittag also nahmen Gall, Nicolette Kressl, Chefin des Regierungspräsidiums Karlsruhe, und Vollzugsleiter Hans-Peter Paukner die Einrichtung an der Rohrstraße in Betrieb.

Am Samstag und Sonntag kommen die ersten Abschiebehäftlinge in den Umbau, Anfang der kommenden Woche gesellen sich acht weitere aus Ingelheim dazu – es sind somit die ersten 21 von später einmal 80 Männern, die bereits mehrfach einer Ausreiseaufforderung nicht nachgekommen sind. Insgesamt wird die Umwandlung der Anstalt rund sieben Millionen Euro gekostet haben. Aus Zellen wurden Zimmer, statt Einheitsbrei gibt’s Essen vom Caterer – bei Ramadan auch nach Sonnenuntergang –, alles ohne Schweinefleisch, eine Edelstahlküche mit Induktionsherd gibt es für die individuelle Zusatzversorgung ebenso wie einen Fitnessraum, eine Bibliothek und einen Internet-Raum mit vier Computern – allerdings mit Schutz-Software. „Diese Menschen sind in der Regel keine Straftäter“, sagt Gall bei der dem Rundgang vorgeschalteten Pressekonferenz. Einen Vertreter der Stadt wird er nicht zu Gesicht bekommen – keiner da.

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