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Schmale Fahrbahn und ohne Rad- und Fußweg: der Dürrenweg ist für die Eutinger ein stetes Ärgernis. Foto: Frei
Schmale Fahrbahn und ohne Rad- und Fußweg: der Dürrenweg ist für die Eutinger ein stetes Ärgernis. Foto: Frei
17.09.2015

Abstimmungsproblem? Neue Kita in Eutingen – ja, aber wann?

Für Ortsvorsteher Helge Hutmacher und die Mitglieder des Eutinger Ortschaftsrats kam es vor leeren Zuhörerreihen im Sitzungssaal einem „Paukenschlag“ gleich: Bürgermeister Alexander Uhlig verwies am Mittwochabend bei seinem Besuch im Stadtteil darauf, dass die bisher für Beginn des Schuljahres 2016/2017 in Aussicht gestellte Eröffnung der neuen Kindertagesstätte bei der Karl-Friedrich-Schule „unrealistisch“ sei. Das Projekt, von OB Gert Hager und Sozialbürgermeisterin Monika Müller in den vergangenen Wochen und Monaten so dargestellt, sei mit seinem für Planung und Bau zuständigen Dezernat nicht abgestimmt worden.

Von Uhlig war eigentlich erwartet worden, den aktuellen Stand der Kita-Planung erläutert zu bekommen. Doch der musste das Gremium enttäuschen. „Wir müssen dies jetzt erst mal skizzenhaft darstellen, um ein Preisschild dranmachen zu können, um zu sehen, was der Bau kosten wird. Erst danach könne weiter geplant werden. Wobei er nochmals betonte: „Ich habe nichts versprochen.“ Der Ortschaftsrat („Manche Mütter sind in Sachen Kita-Bau mittlerweile recht militant“, so ein Zwischenruf) und sein Vorsitzender zeigten sich irritiert, zumal die Eltern sich auf die bisherigen Versprechungen aus dem Rathaus verlassen hatten und in dem Neubau auch die Schulkindbetreuung vorgesehen sei.

Brandschutz bemängelt

Eine weitere Hiobsbotschaft war die, dass die Nutzung des Mehrzweckgebäudes aus Gründen des Brandschutzes eingeschränkt werden muss, da ein zweiter Rettungsweg fehle. Hutmacher verwies darauf, dass der Saal beispielsweise für Gymnastikkurse dringend benötigt werde und beispielsweise zuletzt den auf der Autobahn gestrandeten Urlaubern aus Weißrussland für einen Zwischenaufenthalt gedient habe, als ihr Bus ausgebrannt war. Da im Haus auch die Feuerwehr ihr Domizil habe, sieht Uhlig zumindest Möglichkeiten, durch Brandschutzwachen die Sicherheit bei bestimmten Veranstaltungen zu gewährleisten.

Weiter ungeklärt ist die Toilettenfrage für das Bäuerliche Museum. Bisher konnte der Sanitärbereich der benachbarten evangelisch-methodistischen Kirche benutzt werden. Die hat ihre Immobilie jedoch verkauft, die PZ berichtete. Der Heimatverein, der dieses städtische Museum betreut, hat einen Vorschlag unterbreitet, im unter Denkmalschutz stehenden Gebäude, die Anschlüsse sind vorhanden, eine Toilettenanlage (zum Umfeld passend) einzubauen. Von 5000 Euro ist die Rede, die privat aufgebracht würden. Doch Bürgermeister Uhlig erklärte, dass das Gebäudemanagement derzeit keine Kapazität für diese Planung frei habe. Wegen der Flüchtlingsproblematik und dem notwendigen Bereitstellen von Unterkünften sei im Amt derzeit „Land unter“.

Unmut im Ortschaftsrat auch wegen des seit vielen, vielen Jahres ausstehenden Restausbaus der Enzstraße. Der war im Haushaltsplan für 800.000 Euro vorgesehen, doch wurden 500.000 Euro gestrichen, die für Flüchtlingsunterkünfte verwendet werden sollen. Die Sparversion wird demnächst vorgestellt.

Beliebte Abkürzung

Ein stetes Ärgernis für den Eutinger Ortschaftsrat ist auch die Situation auf dem Dürrenweg als Verbindung zwischen Julius-Heydegger-Straße in Eutingen zu den Gewerbegebieten um Kieselbronner Straße und B294 sowie zur A8. Nicht nur, dass das 3,5-Tonnen-Verbot immer wieder von Lastwagenfahrern ignoriert wird, es wird auch gerast. Tempo 50 wird daher von der Fraktion der Unabhängigen Bürgern beantragt, nebst dem Ausweisen eines Rad- und Fußgängerstreifens. Denn nur dann, so habe die Auskunft aus dem Rathaus gelautet, wäre „außerorts“ eine Tempo-Begrenzung möglich.

Zur Kenntnis genommen wurde schließlich das Bebauungsplanverfahren „Obsthof III“. Damit soll ermöglicht werden, dass die „Wohnfabrik“ ein Möbelhaus bis 3500 Quadratmeter Verkaufsfläche auf dem Grundstück Kieselbronner Straße/Dürrenweg erstellen kann.