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Juli 2013: Weil er seinen plötzlich losrollenden Mercedes Vito aufhalten wollte, ist ein 62-Jähriger in Pforzheim unter sein Auto geraten, mitgeschleift und erdrückt worden. Foto: Ketterl(PZ-Archiv) © Ketterl
22.07.2013

Acht Meter mitgeschleift: Mann will Auto aufhalten und stirbt

Pforzheim. Zu einem tragischen Unfall mit tödlichem Ausgang ist es am Montagmorgen an der August-Kayser-Straße in Pforzheim gekommen. Ein 62-jähriger Mann aus einer Enzkreisgemeinde hatte versucht, einen rollenden Mercedes Vito, der sich auf einer abschüssigen Straße von allein in Bewegung gesetzt hatte, aufzuhalten.

Bildergalerie: Tödlicher Unfall: Mann gerät unter rollendes Auto

Der Mercedes-Van mit Anhänger, beladen mit Handwerksbedarf, wurde an der August-Kayser-Straße geparkt. Auf der abschüssigen Straße hat sich dann nach Polizeiangaben das fahrerlose Auto in Bewegung gesetzt. Grund dafür sei nach ersten Ermittlungen eine nicht angezogene Feststellbremse gewesen, so Polizeipressesprecher Frank Otruba. Außerdem sei im Fahrzeug kein Gang eingelegt gewesen.

Der Van nahm Fahrt auf, rammte zuerst eine kleine Mauer, prallte dort ab und stieß auf einen am Straßenrand geparkten Toyota. „Er hat das Fahrzeug acht bis zehn Meter vor sich hergeschoben und blieb dann weiter in Bewegung“, so Otruba.

Nach ersten Erkenntnissen sei der Vater des Fahrzeughalters dem Van nachgelaufen und habe sich von vorne mit dem Rücken dagegen gestemmt, um Van und Anhänger aufzuhalten. Dies gelang ihm jedoch nicht. „Eine Augenzeugin hat berichtet, der Mann sei ins Straucheln geraten und dann gefallen“, sagt der Polizeisprecher. Der 62-Jährige geriet unter den Wagen, wurde dort eingeklemmt und rund acht Meter mitgeschleift. Erst nachdem der Van einen Gartenzaun durchbrochen hatte, kam er zum Stehen.

Um 9.32 ging der Notruf bei der Polizei ein. Die eintreffenden fünf Polizisten, 14 Kräfte der Feuerwehr Pforzheim, ein Notarzt und drei Rettungsassistenten konnten dem Verletzten jedoch nicht mehr helfen. Der schwer verletzte Mann war im Bereich der Hinterachse unter dem Fahrzeug eingeklemmt. Das Unfallfahrzeug wurde stabilisiert und zur Befreiung des Mannes mit hydraulischem und pneumatischem Rettungsgerät angehoben. Danach konnte der Mann unter dem Fahrzeug hervorgezogen und dem Rettungsdienst übergeben werden. Die Notärztin konnte aber nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Der Sachschaden beträgt rund 9000 Euro.