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Auf Wiedersehen und vielen Dank für deine Filme! Bud Spencer ist tot. © dpa
Das Warten hat sich gelohnt: Diese vier Bud-Spencer-Fans haben eins der begehrten Autogramme ergattert. Entsprechend groß ist die Freude. © Seibel
Eine beachtliche Schlange hat sich am Samstagvormittag vor der Thalia-Buchhandlung gebildet, wo Schauspieler Bud Spencer sein Buch signiert. © Seibel
Bud Spencer bei "Thalia" in Pforzheim. © Cierniak
Bud Spencer: Nach der Gmünder Bad-Taufe kam der frühere italienische Olympiaschwimmer zum Signieren seiner Autobiografie nach Pforzheim. Hier warteten Tausende darauf, ihr Idol aus der Nähe sehen zu können. © Privat
Bud Spencer vor dem Freibad von Schwäbisch Gmünd. Foto: Franziska Kraufmann
27.06.2016

Addio Bud Spencer - PZ-news erinnert an seine Visite in Pforzheim

Der italienische Schauspieler Bud Spencer ist tot. Er starb am Montag im Alter von 86 Jahren. Das bestätigte sein Sohn Giuseppe Pedersoli auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Rom. «Er hat nicht gelitten, er hatte uns alle bei sich und sein letztes Wort war "Danke"», sagte Pedersoli der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge.

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Bildergalerie: Filmlegende Bud Spencer signiert sein Buch bei Thalia - 1

Bildergalerie: Filmlegende Bud Spencer signiert sein Buch bei Thalia - 2

Bildergalerie: Bud Spencer signiert sein Buch bei Thalia - 3

Gemeinsam mit Terence Hill war Spencer, der als Carlo Pedersoli in Neapel geboren wurde, in Filmen wie «Vier Fäuste für ein Halleluja», «Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle» oder «Zwei Asse trumpfen auf» auch in Deutschland bei einem Millionenpublikum beliebt. In Pforzheim hatte er 2011 ein kurzes, aber heiß begehrtes Gastspiel gegeben.

Bud Spencer signierte bei der Pforzheimer Buchhandlung „Thalia“ an einem Samstagmorgen im Dezember 2011 über 700 Autobiografien in einer Stunde. Schon um sechs Uhr morgens warteten die ersten Fans vor dem Geschäft - später reichte die Schlange bis zum Rathaus.

Bei Thalia stapelten sich an einer der drei Kassen schwarze Bücher mit weißem Titel. „Mein Leben, meine Filme“ - die Autobiografie von Carlo Pedersoli, 82, in aller Welt bekannt als Bud Spencer. Fotografen und Filmteams balgen sich um Plätze auf dem Podest vor den Autogrammtischen. Dann trat der Publikumsliebling heraus zu seinem Volk, brummte mit seinem Bass ein kräftiges „Guten Morgen“.

„Er soll 600 Autogramme pro Stunde schaffen“, sagte ein Thalia-Mitarbeiter unter Berufung auf den Verlag des Mannes, nach dem eine Internet-Community in Schwäbisch Gmünd ursprünglich einen Tunnel benennen wollte. Bekanntlich wurde es immerhin ein Freibad, was auch den sinnigeren Bezug hat, zog jener Pedersoli als italienischer Meisterschwimmer dort 1951 seine Bahnen und unterbot als erster Italiener über 100 Meter die Minuten-Schallmauer.

Flankiert von Helfern des Verlags signierte der immer noch sehr stattlich wirkende Senior sein Buch. 700 Bücher hatte die Filmlegende geschafft. Mehr ging einfach nicht. Der Mann war damals schon über 80, hatte vier Tage Stress pur in Deutschland erlebt und musste von Thalia aus noch zu einem Interview in Baden-Baden und dann zum Rückflug nach Rom. Pforzheim jedenfalls war im Bud-Spencer-Fieber und wer ihn erleben durfte, wird jetzt in diesen Tagen davon erzählen.

Kinnhaken mit Kultcharakter: Bud Spencer gestorben

Schauspieler, Jurist, Unternehmer, Leistungsschwimmer, Musikproduzent, Erfinder - all dies hätte Berechtigung gehabt, auf der Visitenkarte von Bud Spencer zu stehen. Der Ruhm als Prügelheld in kultigen Haudrauf-Filmen stand jedenfalls nicht am Anfang seines Wirkens. Am Montag starb der italienische Filmstar im Alter von 86 Jahren. Sein letztes Wort sei „Danke“ gewesen, sagte sein Sohn.

Als Spross einer wohlhabenden Industriellen-Familie in Neapel geboren, machte sich Bud Spencer, der eigentlich Carlo Pedersoli hieß, in den 50er Jahren zunächst als mehrfacher italienischer Schwimmmeister einen Namen. Sogar bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki und 1956 in Melbourne war er mit von der Partie.

Eigentlich wollte er Chemiker werden, brach sein Studium aber ab, weil die Familie nach Südamerika ging. Zurück in Rom studierte er einige Semester Jura und kehrte wenig später erneut nach Südamerika zurück, wo er in Venezuela als Automanager arbeitete.

Nachdem er wieder in Italien zurück war, brachte ihn unter anderem sein Schwiegervater, ein Filmproduzent, mit dem Showbusiness in Kontakt. 1960 heiratete er. Mit seiner Frau Maria blieb er bis zum Schluss zusammen.

Es war der Beginn der Italo-Western-Zeit und die Kunstfigur Bud Spencer wurde geboren. Wieso eigentlich Bud Spencer? „Spencer, weil Spencer Tracy mein Lieblingsschauspieler war. Und Bud, tja, wie das Bier Bud“, erklärte der bullige Schauspieler einmal das Geheimnis seines Künstlernamens.

Das Erfolgsrezept lag aber im Zusammenspiel mit seinem Filmpartner Terence Hill, dem schlanken Schönen mit den eisblauen Augen. Der eine - Hill - war chic, clever und bärenstark. Der Andere - Spencer - ebenfalls schlagkräftig, gutherzig und dickköpfig.

Die Erfolge der beiden kamen reihenweise: „Vier Fäuste für ein Halleluja“, „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“, „Zwei Missionare“, „Zwei Asse trumpfen auf“. Einfallsreicher wurden die Streifen nicht gerade, aber das Rezept stimmte. Das Publikum war begeistert. Die mit der Zeit immer ausführlicheren Schlägereien wurden „kultig“ und Bud Spencer schwerer. „Irgendwann wog ich 160 Kilogramm. Mein Pferd warf sich immer verzweifelt auf den Rücken, sobald es mich kommen sah“, erzählte der Koloss einmal.

Und dem Sender Tele5 sagte er: „Ich habe bei meinen Filmen nie ein Kind aus dem Kino rennen sehen. Die Kinder lachen, weil sie die Gewalt nicht ernst nehmen. Niemand stirbt, und es fließt fast kein Blut. Wenn Leute in den Filmen von mir geschlagen wurden, standen sie meistens wieder auf und rannten davon.“

Spencer spielte auch in Filmen wie der deutsch- italienischen Produktion „Banana Joe“ oder „Plattfuß in Afrika“ mit. Bei der Vorstellung seiner Autobiografie vor etwa fünf Jahren sagte er dennoch: „Ich bin kein Schauspieler, ich bin ein Charakter. In diesem Buch steht nur ein Viertel meines Lebens.“

Zu Deutschland hatte Spencer eine besondere Beziehung: Und das hat auch mit Schwäbisch Gmünd zu tun, wo seit einigen Jahren ein Freibad seinen Namen trägt. Die Geschichte ist einigermaßen skurril: Die Kommune suchte für den Tunnel einer Ortsumgehung per Online-Abstimmung einen Namen. Das Votum: „Bud-Spencer-Tunnel“.

Die Kleinstadt war auf einmal bundesweit in den Medien. Am Ende wurde das Bauwerk zwar Einhorn-Tunnel genannt, denn im Gemeinderat konnte nicht jeder über die Spaß-Aktion lachen. Doch Bud Spencer wurde trotzdem in Schwäbisch Gmünd etwas gewidmet: das örtliche Freibad, zu dem der Schauspieler tatsächlich eine Beziehung hatte.

Als Schwimmer stieg er dort im Sommer 1951 für die 100 Meter Freistil ins Wasser und blieb nach Angaben der Stadt unter einer Minute. „Ich liebe Schwäbisch Gmünd“, sagte er bei der offiziellen Verleihung des Namens, zu der er Ende 2011 tatsächlich angereist war.

In jüngster Zeit hatte Bud Spencer auch die sozialen Netzwerke für sich entdeckt - liebevoll sprach er von „Facebud“. Auf der Facebook-Seite stand am Montagabend: „Mit unserem tiefsten Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen, dass Bud zu seiner nächsten Reise aufgebrochen ist.“