nach oben
Die Zwillinge Tamara und David haben viel Spaß beim Turmbau mit ihren Pflegeeltern Manuela und Michael Best auf dem Familienfest der Jugendämter auf dem Gelände der Lebenshilfe (von links). Foto: Läuter
Die Zwillinge Tamara und David haben viel Spaß beim Turmbau mit ihren Pflegeeltern Manuela und Michael Best auf dem Familienfest der Jugendämter auf dem Gelände der Lebenshilfe (von links). Foto: Läuter
27.09.2015

Adoptiv- und Pflegeeltern feiern auf Gelände der Lebenshilfe ein Fest

Weshalb ein Kind aus einer Familie herausgenommen und zeitweise oder auf Dauer einer Pflegefamilie anvertraut wird, kann viele Gründe haben: Sucht- oder andere Erkrankungen der Eltern, Gewalt oder Missbrauch. Immer aber werden die Bedürfnisse der betroffenen Kinder nicht in ausreichendem Maße wahrgenommen, so Wolfgang Schwaab, Leiter des Jugendamts Enzkreis am Samstag. An diesem Tag hatten die Jugendämter der Stadt und des Enzkreises gemeinsam ein Fest für alle Pflege- und Adoptivfamilien auf dem Gelände der Lebenshilfe an der Gablonzer Straße ausgerichtet.

Rund 200 große und kleine Gäste waren an diesem sonnigen Tag gekommen und nahmen die Gelegenheit wahr, sich auszutauschen oder an der vielseitigen Spiel-Rallye teilzunehmen, bei der die Kinder regenbogenfarbene Armbänder als Andenken an den Tag gewinnen konnten.

Seit 2003 wird das alle zwei Jahre stattfindende Fest in Kooperation veranstaltet. Rund 150 Pflegefamilien gibt es derzeit in Pforzheim, noch einmal 115 etwa kommen im Enzkreis dazu, so Susanne Wendlberger vom Jugendamt Enzkreis und ihre Kollegin Eva Walsleben vom Jugendamt Pforzheim. Genug aber seien es nie, auch dann nicht, wenn zeitweise nicht alle Familien belegt seien. Schließlich gehe es darum, Menschen zusammenzuführen, Kinder in eine geschützte neue Umgebung zu bringen, in der sie sich wohlfühlten, kurz gesagt: Die Chemie müsse stimmen. Deshalb sei man im Grunde immer auf der Suche nach neuen Pflegeeltern, um den Pool stetig erweitern zu können.

Sehr wichtig seien dabei die sogenannten Bereitschafts-Pflegefamilien, die zu jeder Tages- und Nachtzeit angerufen werden könnten, um ein Kind in einer akuten Notsituation aufzunehmen. Bei diesen werde dann zunächst eine Perspektive für das Kind erarbeitet, bevor entschieden wird, wie es weitergehen könne. Wichtig, so Schwaab, sei es, dass die Pflegeeltern bereit seien, den Kontakt mit den leiblichen Eltern zu halten. Dass diese eigene Kinder haben, sei hingegen keine Voraussetzung.

Stadt sucht Adoptionsbewerber

Gesucht würden in Pforzheim allerdings auch Bewerber für eine Adoption, betonte Walsleben. „Derzeit haben wir gar keine Bewerber“, das bedeute, sollte ein Kind in der Stadt zur Adoption freigegeben werde, würde dies an Bewerber im Enzkreis gehen. Im laufenden Jahr hat es bereits zwei Adoptionen in Pforzheim gegeben, was recht viel sei, wie Walsleben sagte. Bewerben könnten sich allerdings beim Jugendamt Pforzheim nur Personen, die ihren Wohnsitz auch in Pforzheim haben. Wer im Enzkreis lebt, der müsse sich auch beim Jugendamt Enzkreis bewerben.

Nähere Informationen zum Thema „Pflegefamilie werden“ unter: http://pzlink.de/c (für Pforzheim) oder für den Enzkreis unter www.enzkreis.de/jugendamt.