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Der Chor „Cantores Badensis“ gibt ein mittelalterliches Konzert in der Barfüßerkirche zugunsten der PZ-Hilfsaktion „Menschen in Not“. Foto: Läuter
Der Chor „Cantores Badensis“ gibt ein mittelalterliches Konzert in der Barfüßerkirche zugunsten der PZ-Hilfsaktion „Menschen in Not“. Foto: Läuter
13.12.2015

Adventskonzert mit Chor „Cantores Badensis“ hilft „Menschen in Not.“

Kerzenschein, bunte Gewänder, Tierfelle haben am Samstagnachmittag das Bild in der katholischen Barfüßerkirche nahe des Blumenhofs erfüllt. Akustisch waren die alten Mauern des ehemaligen Franziskaner Klosters von den Gesängen und instrumentalen Darbietungen des Chors „Cantores Badensis“ von der „Freien Ritterschaft Baden“ erfüllt. Dieser hatte sich entschieden, ein Adventskonzert zugunsten der PZ-Hilfsaktion „Menschen in Not“ zu veranstalten. Bereits im Jahr 2011 hatte der Chor dies erfolgreich getan.

Rund 60 Besucher, darunter auch der katholische Dekan, Bernhard Ihle, waren auch an diesem Samstag in die mittelalterlichen Gemäuer gekommen, um einer Mischung aus hochmittelalterlichen und Renaissance-Stücken zuzuhören. Neben dem stimmig arrangierten Ambiente in dem um 1280 erbauten Kirchengebäude, brachte das 14-köpfige Ensemble ein stimmgewaltiges, mal erhebendes, mal feierliches Konzert zur Aufführung und fesselte eine gute Dreiviertelstunde, ohne eine Sekunde der Langeweile aufkommen zu lassen.

Nicht gerade alltägliches Liedgut stand dabei auf dem Programm, das auf Deutsch, Altenglisch, Altspanisch und Latein gesungen wurde. Darunter beispielsweise die fünfte Strophe des „Verbum Supernum Prodiens“ – ein Hymnus, den Thomas von Aquin (1224-1274) für die Laudes, das Morgengebet am Fronleichnamsfest geschrieben hat. „O Salutaris Hostia“ ist diese betitelt und handelt von der heilbringenden Opfergabe, die Kraft und Hilfe bringen sowie die Tür des Himmels öffnen soll. „Es ist ein ros entsprungen“, das noch immer berühmte Weihnachtslied des protestantischen Komponisten michael Praetorius kam in einer Notation aus dem Jahre 1599 zur Aufführung.

Liedgut aus dem Mittelalter zu finden, das sei nicht immer leicht, erzählten im Vorfeld des überaus gelungenen Konzertes Michael Fauth und Volker Hayd, die unter ihren 60 Vereiinskameraden besser bekannt sind als der Edle und Ritter, Gandulph von Brandes und der Drost Raimond von der Hayden.

Man tausche sich mit anderen Mittelalter-Begeisterten aus, recherchiere im Internet. Allerdings, so Hayd, habe es im Mittelalter zahlreiche verschiedene Notationsstile gegeben, die teilweise heute nicht mehr verständlich seien. Manche Werke hingegen, wie gregorianische Choräle, seien lange Zeit mündlich überliefert und erst sehr spät in jener Notenform niedergeschrieben worden, wie wir sie heute kennen. Wie schwer oder leicht das Auffinden der Werke auch gewesen sein mag, es hat sich gelohnt. Der Chor „Cantores Badensis“ hat unter der Leitung von Miriam Kurrle und Bruno Steger ein außergewöhnliches und wunderschönes Konzerterlebnis geschaffen, das am Ende mit viel Applaus bedacht wurde.

Weitere Informationen zur „Freien Ritterschaft Baden“ unter www.freieritterschaftbaden.de