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Eine schnelle Internetverbindung   wünschen sich die jungen Familien in den Wohngebieten „Obere Maden“ und „Binne“.
Eine schnelle Internetverbindung wünschen sich die jungen Familien in den Wohngebieten „Obere Maden“ und „Binne“. © dpa
15.01.2009

Ärger um Kabel und Internet in Hohenwart und Huchenfeld

PFORZHEIM. Ein Leben ohne Internet und Kabelfernsehen – für viele Menschen heutzutage undenkbar. In den Wohngebieten „Obere Maden“ und „Binne“ ist dies für die Anwohner jedoch Alltag. Eine Lösung ist nicht in Sicht.

Günstige und besonders familienfreundliche Bauplätze werden der Bevölkerung in den Wohngebieten „Obere Maden“ (Hohenwart) und „Binne“ (Huchenfeld) angeboten. Bis zu 25-prozentige Nachlässe auf den Grundstückspreis räumte die Stadt Pforzheim dort den Bauwilligen ein (die PZ berichtete). Familie Schock nutzte diese Chance und baute sich ihr Eigenheim in Hohenwart. Womit sie jedoch nicht gerechnet hatte war, dass es in dem Gebiet weder Kabelfernsehen noch Internet gibt. „Das gehört doch heutzutage für junge Familien einfach dazu und ist alles andere als familienfreundlich“, findet Petra Schock. Im Kaufvertrag habe nichts gestanden, dass nur Telefonleitungen, die fürs Internet zu schwach sind, in dem Gebiet vorhanden seien.

Ärger nachvollziehbar

Michael Strohmayer, städtischer Pressesprecher, kann den Ärger der Anwohner nachvollziehen. „Die Kabel BW hat sich zum Ziel gesetzt, ihr Kabelnetz bis zum Jahr 2008 zu modernisieren“, sagt er. In Pforzheim sei dies bisher auf der Wilferdinger Höhe, im Arlinger und in Brötzingen realisiert worden. Im Neubaugebiet „Obere Maden“ in Hohenwart wolle Kabel BW nur dann Glasfaserkabel verlegen, wenn sich die Stadt Pforzheim mit einem Zuschuss an den Kosten beteiligt.

Laut Kabel-BW-Pressesprecher Martin Herkommer werden landesweit einheitlich mit den Kommunen bei Neubau- und Sanierungsgebieten entsprechende Vereinbarungen auf der Grundlage geschlossen, dass dem Unternehmen bei der Erschließung der Gebiete die Möglichkeit eingeräumt wird, das Kabel in den Graben kostenneutral einzulegen. „Die Stadt möchte dafür aber keine Steuergelder ausgeben, wenn im Nachhinein nur das Unternehmen finanziell profitiert“, betont Strohmayer. Zudem seien in der Branche ausreichend Mitbewerber vorhanden.

Für Huchenfeld scheint nun Besserung in Sicht zu sein. „Die Versorgung für die ,Binne’ kann in Verbindung mit der Firma Kabel BW gewährleistet werden“, sagte Dieter Reininghaus, Geschäftsführer der Weber-Consulting Beratungs GmbH, dem privaten Erschließungsträger des Wohngebiets, auf PZ-Anfrage.

„Binne“ im Vorteil

Die Leitungen von Kabel BW lägen in der Huchenfelder Hauptstraße sowie in der Erzkopfstraße. Von dort könne das Baugebiet „Binne“ versorgt werden. Laut Reininghaus sei davon auszugehen, dass auch die Telekom dieses Gebiet auf jeden Fall erschließen werde, und die Datenübertragungsrate solle derjenigen im näheren Umfeld entsprechen.

Auch für alle anderen Bürger gibt es einen Lichtblick: Im Milliarden-Konjunkturpaket des Bundesregierung sind Mittel für eine bessere Internetversorgung der Bevölkerung eingeplant.