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19.06.2009

Äußerungen eines Ex-Lehrers: Schulfest unter Polizeischutz

PFORZHEIM. Unbedachte Äußerungen oder eine ernstzunehmende Drohung gegenüber Lehrern und Schülern? Vor dieser Frage findet am Samstag das Schulfest in Würm statt. Bürger sind trotz Vorsichtsmaßnahmen beunruhigt.

Es war eine Mail Anfang des Jahres , deren Formulierung Schrecken auslöste. Im Betreff die Zeile „Noch kein Amoklauf“. Der Autor, ein ehemaliger Lehrer der Würmer Grundschule, kündigte darin Gesprächsbedarf über seine Person an. Außerdem soll nach PZ-Informationen der Satz gefallen sein, dass man doch nach Winnenden gelernt haben müsse, Menschen zuzuhören. Formulierungen, die die Sorge schürten, der Lehrer könne das heutige Schulfest stören. Zumal er mit einem Stand Unterschriften gegen seine Versetzung in den Ruhestand sammeln wollte.

Kein Unbekannter bei Behörden

„Wir wissen von den Befürchtungen der Eltern“, sagt Richard Weik, Rektor an der Grundschule in Würm. Deshalb habe er sich mit der Polizei in Verbindung gesetzt, erklärt er auf PZ-Anfrage. „Zur Absage des Festes hat die Polizei keinen Grund gesehen“, erklärt der Schulleiter. Polizeichef Burkhard Metzger bestätigt, dass die Polizei mit einer Streife vor Ort sein werde. Der Lehrer sei der Polizei bekannt. Eine ernsthafte Gefährdung gebe es nicht. „Es gibt keinen Grund zur Beunruhigung“, so der Polizeichef. Und auch Klaus Blisch vom Staatlichen Schulamt betont, dass für das Schulfest alle Maßnahmen getroffen worden seien.

Der betroffene Lehrer selbst beteuert gegenüber der PZ, dass er „niemals die Absicht gehabt hätte, einen Amoklauf vorzubereiten oder eine Straftat zu begehen“. Es würde ihm leid tun, dass die Bevölkerung in Würm wegen ihm beunruhigt sei. Der 56-Jährige berichtet außerdem, dass er Eltern befragt habe, ob sie davon ausgehen würden, dass er eine Straftat plane. Die Befragten hätten dies verneint. Am Samstag will er einen Info-Stand in Würm aufbauen, der einen Beitrag zur Beruhigung der Bürger leisten soll.

Abstand einhalten

Dem Lehrer war im Vorfeld vom Amt für öffentliche Ordnung verboten worden, seinen Info-Stand in unmittelbarer Nähe zur Schule aufzubauen. Er muss einen Abstand von 100 Metern einhalten. „Es wäre unverhältnismäßig gewesen, es zu verbieten“, sagt Wolf-Dietmar Kühn, Leiter des Amtes für öffentliche Ordnung. Im November 2007 hatte der Pädagoge an der Würmer Grundschule ein Dienstverbot erhalten. Es folgten weitere berufliche Stationen an der Insel-Grundschule sowie Nordstadtschule. Dann wurde der Pädagoge im Alter von 55 Jahren in den Ruhestand versetzt. Im Januar dieses Jahres hatte Schulleiter Weik ein Hausverbot gegen seinen einstigen Kollegen verhängt. Außerdem hat das Regierungspräsidium Karlsruhe erklärt, dass ihm aktuell eine Kontaktsperre zu Lehrern, Schülern und Eltern auferlegt worden sei.

Das Schulfest zum 100-jährigen Bestehen der Schule ist am Samstag von 11 bis 17 Uhr.