nach oben
Foto: dpa/Symbolbild
Foto: dpa/Symbolbild
01.09.2016

Aggressives Trio vor Gericht - Männer treten und schlagen bei Nightgroove brutal auf Opfer ein

Im Grunde sollte es eine Nacht voller Musik und friedlichem Miteinander werden, der Nightgroove vergangenen Oktober. Stattdessen aber endete der Abend für einige Besucher mit gewalttätigen Auseinandersetzungen und Verletzungen. Grund dafür waren, wie es am Donnerstag in der Hauptverhandlung gegen drei junge Männer aus Pforzheim vor dem Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richterin Miriam Streicher hieß, Alkohol und Aggressionen. Die Anklage lautet auf gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung.

In einer Gruppe habe man sich im Schloßpark getroffen und gemeinsam Wodka und Energy Drinks getrunken. Schließlich, so der 18-jährige Peter H. (alle Namen geändert), habe man gegen ein Uhr nachts die Idee gehabt, Stress zu suchen und eine Schlägerei anzufangen. In diesem Sinne verließen Peter und sein Freund, der 27-jährige Sebastian B., den Park und machten sich auf in Richtung ZOB. Dort trafen sie auf eine Gruppe Jugendlicher, die sich gerade auf dem Heimweg und beim Verabschieden befanden, pöbelten diese provokativ an. Schließlich versetzte Peter einem davon einen ersten Faustschlag auf die rechte Wange. Um seinen Schlag zu verstärken, habe er zudem sein Feuerzeug in der Hand behalten, wie er aussagte. Die Gruppe versuchte sich in Richtung Bahnhof zu entfernen, doch Peter und Stefan bekamen Verstärkung von ihrem Freund Mike B., hinderten die anderen am Gehen und Peter schlug noch einmal zu. Im Kiosk auf der anderen Straßenseite fanden sie Hilfe, konnten die Platzwunde ihres getroffenen Freundes säubern. Die Polizei fuhr den eigenen Angaben zufolge stark alkoholisierten und damals noch 17-Jährigen nach Hause, setzt ihn nur ab und wartete, bis er im Haus war.

Dort aber hielt es ihn nicht lange, er machte sich auf zurück in den Schloßpark, wo seine Freunde weiter dem Wodka fröhnten. Wenig später kamen die nächsten beiden Opfer nach einem Besuch eines nahegelegenen Restaurants auf ihrem Weg in eine Bar genau hier vorüber und wurden von den acht bis zehn Jugendlichen angepöbelt, wie beide am Donnerstag aussagten. Weil sie sich fürchteten, seien sie schneller gelaufen und hätten die Polizei angerufen, doch dort stecken sie in einer Warteschleife. Am Schloßberg angekommen, mussten sie warten, bis sie die Straße passieren konnten und wurden von den Jugendlichen eingeholt. Auf der anderen Straßenseite eskalierte das Ganze: Der 29-jährige Mann wurde von seinem Freund durch die Gruppe getrennt, vier oder fünf von ihnen begannen, ihn mit Fausthieben und Tritten zu traktieren, bis er schließlich auf einem Auto landete, stolperte und stürzte, doch auch da hörten die Tritte nicht auf. Die Beweisaufnahme konnte nicht abgeschlossen werden und gestaltete sich wegen zahlreicher Erinnerungslücken der drei Angeklagten äußerst mühselig. Die Verhandlung geht weiter.