nach oben
Trotz Kürzungen war 2016 für die Aids-Hilfe auch ein erfolgreiches Jahr. Ein Höhepunkt war „City under the rainbow“ – ein Event, das Denis Hasani, Claudia Jancura, Grit Butz und Caleb Davis (von links) in diesem Jahr fortsetzen.
Trotz Kürzungen war 2016 für die Aids-Hilfe auch ein erfolgreiches Jahr. Ein Höhepunkt war „City under the rainbow“ – ein Event, das Denis Hasani, Claudia Jancura, Grit Butz und Caleb Davis (von links) in diesem Jahr fortsetzen.
15.06.2017

Aids-Hilfe in Pforzheim sorgt sich um Zukunft

Das zurückliegende Jahr war für die Aids-Hilfe von Einsparungen geprägt. Wie berichtet, wurde im Rahmen der Haushaltskonsolidierung der städtische Zuschuss von bislang 45 000 Euro um 25 Prozent gekürzt.

Zunächst war die Reduzierung um die Hälfte vorgesehen gewesen. Weitere Geldgeber sind der Enzkreis, der Kreis Calw und das Land. Insgesamt lagen die Zuschüsse bei 138 000 Euro. Die übrigen 20 Prozent des Haushalts decken Eigenmittel wie Spenden und Mitgliedsbeiträge ab.

Stelle auf 80 Prozent reduziert

Die Kürzung der städtischen Gelder macht sich im Tagesgeschäft bemerkbar. „Wir sind ein kleiner Verein, da können wir nur am Personal sparen“, bedauerte Claudia Jancura, seit einem Jahr Leiterin der Beratungsstelle, bei einem Pressegespräch. Neben der Sozialarbeiterin sind zwei weitere Hauptamtliche bei der Aids-Hilfe beschäftigt: die Verwaltungsfachkraft Grit Butz und der Sozialarbeiter Denis Hasani. Dessen Stelle musste im Zuge der Einsparungen bereits auf 80 Prozent reduziert werden. Die Aufgaben mussten umverteilt werden. „Wir sind froh, dass uns Caleb Davis im Rahmen seines Praxissemesters unterstützt“, so Jancura. Honorar können sie keines bezahlen. Daneben sind 18 Ehrenamtliche im Einsatz.

Auch auf das Angebot haben die Kürzungen Auswirkung. So müsse man aufgrund der Finanzlage bei der zweiten Auflage von „City under the rainbow“ (siehe Infokasten) am 8. Juli im Kupferdächle Eintritt verlangen. Auch der anonyme Test auf HIV, Hepatitis B und C, Chlamydien, Syphilis und Tripper, der jeden ersten Freitag im Monat stattfindet, könne ohne Sponsoren für den Preis von derzeit zwölf Euro nicht weitergeführt werden. Der Test ergänzt das Angebot des Gesundheitsamts. 170 Personen kamen im vergangenen Jahr zum Test in die Aids-Hilfe.

Mit Sorge blickt das Team in die Zukunft. „Sollte der städtische Zuschuss doch irgendwann nur noch bei der Hälfte liegen, können wir unser Angebot nicht mehr aufrechterhalten“, fürchtet Jancura. Hoffnung habe ihr die Tatsache gemacht, dass die Kürzung am Ende nicht so drastisch ausgefallen war, wie anfangs geplant. „Das zeigt uns, dass man erkannt hat, dass wir einen wichtigen Beitrag leisten.“ In jeder Großstadt gebe es eine solche Beratungsstelle. „Das kann das Gesundheitsamt nicht leisten.“ Zumal viele Betroffene hier ein Leben lang begleitet werden. Der Bedarf ist groß: Zum einen hält sich die Zahl der neu festgestellten HIV-Infektionen bundesweit konstant auf einem Level von 3000 pro Jahr. Zum anderen stellen Flüchtlinge die Beratungsstelle vor neue Herausforderungen. 96 Betroffene nahmen das Angebot 2016 wahr. Insgesamt wird die Zahl der Infizierten in Pforzheim und dem Enzkreis auf 150 bis 200 geschätzt.

Unsicherheit in Arztpraxen

„Medizinisch bekommt man das Virus heute gut eingedämmt“, so Jancura. Das Problem sei die Ausgrenzung – und das auch in Arztpraxen. „Wir erleben immer wieder, dass Patienten abgelehnt werden oder erst in den Abendstunden Termine bekommen“, so Butz. Das Gerücht, der Behandlungssaal müsse im Anschluss komplett desinfiziert werden, halte sich hartnäckig. „Dabei sorgen Medikamente heute dafür, dass die Betroffenen gar nicht mehr ansteckend sind“, so Jancura. „Auch als HIV-Positive ein gesundes Kind auf die Welt zu bringen, ist heute kein Problem mehr“, fährt sie fort. Nur zwei der Tatsachen, die die Prävention verstärkt in den Fokus rücken.

PF-West
19.06.2017
Aids-Hilfe in Pforzheim sorgt sich um Zukunft

Zum Glück hat man erkannt wie wichtig die AIDS Hilfe in Pforzheim ist! Vielleicht möchte die PZ auch mal etwas ausführlicher über das, in diesem Beitrag nur am Rande erwähnte, einzige Fest für Homosexuelle in Pforzheim berichten? mehr...

Holzhacker
19.06.2017
Aids-Hilfe in Pforzheim sorgt sich um Zukunft

[QUOTE=PF-West;278243]Zum Glück hat man erkannt wie wichtig die AIDS Hilfe in Pforzheim ist! Vielleicht möchte die PZ auch mal etwas ausführlicher über das, in diesem Beitrag nur am Rande erwähnte, einzige Fest für Homosexuelle in Pforzheim berichten?[/QUOTE] Warum denn? Das betreffende homo Klientel weiß sicher wo und wie und wann das stattfindet. Somit ist eine Berichterstattung und oder Werbung für die normalos nicht notwendig. mehr...