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Unser Bild zeigt KAB-Leiter Dominique Krueger und Gudrun Augenstein im Oktober bei ihrer gemeinsamen Übung in Pforzheim-Eutingen - Thema Flugzeugabsturz. Die Pforzheimerin Gudrun Augenstein, die beim DRK-Kreisverband Pforzheim-Enzkreis den Notfallnachsorgedienst leitet, ist jetzt nach Frankreich unterwegs, um dort Angehörige der Flugzeugopfer, psychisch zu betreuen.
Unser Bild zeigt KAB-Leiter Dominique Krueger und Gudrun Augenstein im Oktober bei ihrer gemeinsamen Übung in Pforzheim-Eutingen - Thema Flugzeugabsturz. Die Pforzheimerin Gudrun Augenstein, die beim DRK-Kreisverband Pforzheim-Enzkreis den Notfallnachsorgedienst leitet, ist jetzt nach Frankreich unterwegs, um dort Angehörige der Flugzeugopfer, psychisch zu betreuen. © DRK
25.03.2015

Airbus-Absturz: Pforzheimer DRK-Helferin hilft Opferangehörigen vor Ort

Digneles-Bains/Pforzheim. Ein mit einer Pforzheimerin besetztes Rotkreuz-Team zur Betreuung von Angehörigen der Opfer der Flugzeug-Katastrophe wird in den Mittagsstunden des Mittwochs in der Stadt Digneles-Bains (Südfrankreich) eintreffen. Die vier Spezialisten für Psychosoziale Notfallnachsorge (PSNV) aus Baden Württemberg werden dort als erstes DRK-Team Verwandte und Freunde der Opfer betreuen. Darunter befindet sich auch Gudrun Augenstein, die beim DRK-Kreisverband Pforzheim-Enzkreis e.V. den Notfallnachsorgedienst leitet.

Auch in Frankreich wird sie ihr Helferteam anführen. „Wir sind tief bestürzt über diese Katastrophe und werden als Rotes Kreuz alles tun, um den Betroffenen zu helfen“, sagt DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters. Das Französische Rote Kreuz erwartet in den nächsten Stunden rund 800 Angehörige der deutschen und spanischen Opfer und hatte daher das DRK um Unterstützung bei der Betreuung der Betroffenen gebeten. Das Team des Deutschen Roten Kreuzes besteht aus vier ehrenamtlichen DRK-Spezialisten für PSNV, die noch in der vergangenen Nacht aufgebrochen waren. „Die Betreuung von Angehörigen von Opfern ist in den letzten Jahren ein wichtiges Aufgabenfeld für das DRK geworden“, so Seiters. Deshalb sind bundesweit Teams für Psychosoziale Notfallnachsorge aufgebaut worden. 

Erst im Oktober 2014 haben rund 70 Ehrenamtliche des hiesigen DRK-Kreisverbandes an einer Übung von Kreisauskunftbüro (KAB) und Notfallnachsorgedienst (NND) an der Karl-Friedrich-Schule in Eutingen mitgewirkt. Das Szenario setzte sich aus zwei großen Schadensereignissen zusammen: Angenommen wurde der Zusammenstoß zweier Passagierflugzeuge und der Absturz einer der Maschinen auf die Wilferdinger Höhe. Des Weiteren wurde angenommen, dass der Fahrer eines Reisebusses durch das Spektakel abgelenkt war und einen Unfall auf der A8-Anschlussstelle West verursacht hat. Dadurch kam es zu angenommenen internationalen Anfragen, und die Schadenslage gab ein entsprechendes Volumen für Registrierungskarten. Zusätzlich war in der Kreisverbandsgeschäftsstelle eine Telefonhotline eingerichtet, über die Suchanfragen gestellt werden konnten.

Wenn das Haus brennt und die Flammen wertvolle Gegenstände und Erinnerungen für immer zerstören, wenn ein Angehöriger ganz plötzlich verstirbt und nicht wiederbelebt werden konnte, oder wenn Rettungskräfte einen schlimmen Einsatz nur schwer verarbeiten können – das sind drei Beispiele, bei denen der Notfallnachsorgedient (NND) des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Aktion tritt. „Jedes Jahr werden wir an die 100-mal angefordert“, sagt Gudrun Augenstein, die die Gruppe zusammen mit Andrea Vollmer und Christa Pöhm leitet. Der NND begleitet die Betroffenen auf Wunsch auch bis zur Beerdigung oder zeigen alternative Möglichkeiten zum Abschiednehmen auf – sei es für Schulklassen, wenn ein Mitschüler oder ein Lehrer verstorben ist, oder für Menschen, deren Freund im Ausland beerdigt werden soll.

„Der NND arbeitet ausschließlich ehrenamtlich und ist sehr wertvoll für uns und die Bevölkerung“, sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Werner Hänlein. Der NND ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Psychosoziale Notfallversorgung (PG PSNV), der die darin beteiligten Organisationen betreut und sich um die Supervision der Mitarbeiter kümmert.