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In bester Verfassung: Das Akkordeonorchester Pforzheim-Eutingen präsentiert sein Frühjahrskonzert. Foto: Privat

Akkordeonmusik vom Feinsten

Pforzheim-Eutingen. Zum 68. Male – in ununterbrochener Reihenfolge seit 1951– gestaltete das Akkordeon-Orchester Pforzheim-Eutingen sein traditionelles Frühjahrskonzert, in diesem Jahr unter der neuen musikalischen Leitung von Willy Huzel. Das Orchester eröffnete feurig und konzertant mit dem Carmen-Vorspiel aus der gleichnamigen Oper von Georges Bizet. Bereits zwei Wochen vor seinem zehnten Geburtstag wurde Georges Bizet als Schüler am Pariser Konservatorium aufgenommen und mit 17 Jahren schrieb er seine 1. Symphonie. Eines seiner populärsten Stücke ist die „L’’Arlésienne Suite“, welche das Akkordeon-Orchester auch schon zum Besten gegeben hat.

Das Orchester blieb im konzertanten Bereich mit dem Konzertwalzer „Rosen aus dem Süden“ von Johann Strauß. Der Konzertwalzer enthält Motive aus der Operette „Das Spitzentuch der Königin“ und hat eine Spieldauer von nahezu neun Minuten. Er wurde 1880 im goldenen Saal des Wiener Musikvereins uraufgeführt und gehört bis heute zum ständigen Repertoire der Wiener Philharmoniker. Es folgte ein Sprung über den großen Teich zu einem großen Amerikaner, George Gershwin, geboren 1898 in Brooklin. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Folk-Oper „Porgy and Bess“ und die „Rhapsodie in Blue“. In einem Medley präsentierte das Orchester gekonnt einige seiner bekanntesten harmonisch anspruchsvollen Titel „I got Rhythm“, „The Man I love“, „Lady be Good“, „Wonderful“ und das Thema aus der symphonischen Jazzkomposition „Rhapsodie in Blue“.

Wieder ein geografischer Sprung diesmal nach Südamerka in die Häuserschluchten von Buenos Aires in die Welt des Argentinischen Tangos. Wer anders als Astor Piazolla kommt dafür infrage, ein genialer Komponist und ausdrucksstarker Bandoneon-Spieler. In einem Akkordeon-Trio mit Dirigent Willy Huzel, Emma Slepow und Jürgen Gottstein wurden seine weltbekannten Tangos „Adios Nonino“, „Tanti Anni Prima“ und der „Libertango“ vorgetragen. Tosender Applaus war der Lohn für viele Übungsstunden. Nach einer Erfrischungspause wandte sich das Orchester einem weiteren Erfolgskomponisten aus den Vereinigten Staaten zu, Leroy Anderson, bekannt durch seine Kompositionen „Typewriter“, sein Musical „Goldilocks“ und dem Titel „A Trumpeter’s Lullaby“. Mit seinem „Blue Tango“ erhielt er seine erste Goldene Schallplatte und sie stand 1951 an erster Stelle der US-Charts und wurde 38 Wochen in der Hitparade notiert.

Diesen Titel „ Blue Tango“ hatte sich das Orchester ausgesucht und erreichte damit die Herzen der Zuhörer. Es ging weiter zu James Last, dem gebürtigen Bremer, der in Hamburg beim NDR und später in den USA in Florida richtig Musikkarriere machte. Eine Vielzahl Goldener Schallplatten mit seinem James Last Orchester schmückten seine Wände. In den 1960er-Jahren geriet sein „Happy Sound“ zu großem Erfolg und daraus spielte das Akkordeon-Orchester den Titel „Happy Music“.

Wer kennt noch Petula Clark, die englische Sängerin, die den Titel „Downtown“ vom Komponisten Tony Hatch zu einem Welthit machte. 1965 gab es dafür einen Grammy und die Goldene Schallplatte und für das Akkordeon-Orchester viel Freude beim Einstudieren dieses Schlagerklassikers. Das Orchester blieb auf der Insel, genauer gesagt beim irischen Songschreiber und Sänger Gilbert O’Sullivan, bekannt durch seine rhythmischen Kompositionen „Get Down, Matrimony“ und dem „Medium Swing Clair“. Man spürte förmlich, welchen Spaß das Orchester bei diesem Medley von Gilbert O’Sullivan hatte. Einen Sprung nach Italien wagte das Orchester mit dem Italo-Klassiker „Quando, Quando“ von Tony Renis und Alberto Testa. Über 50 Millionen verkaufte Single-Schallplatten stehen für diesen Popsong aus dem Jahr 1962 und noch heute ist er populär. Lang anhaltender Applaus war der Lohn für viele Übungsstunden dieses großartigen Klangkörpers. Mit viel Einfühlungsvermögen, Geduld und hoher Präzision führte der neue musikalische Leiter Willy Huzel das Akkordeon-Orchester zu diesem grandiosen Konzerterlebnis.