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Immer noch eine beachtliche Größe hat der Eisblock auch nach vier Wochen. Da staunt auch Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler (rechts).  Foto: Roller 

Aktion der Zimmerer-Innung in der Fußgängerzone: Eisblock bleibt in Form

Pforzheim. Vier Wochen hatte in der Pforzheimer Fußgängerzone eine seltsame Hütte gestanden: ganz aus Holz, mit einem kleinen Guckloch an der Vorderseite. Ein riesiger Eisblock lag in ihrem Inneren: 1000 Liter gefrorenes Wasser, genau 981 Kilogramm schwer. Auch wenn man durch das Guckloch spähte: Sehen konnte man ihn nicht, denn er verbarg sich hinter einer 20 Zentimeter dicken Schicht aus Polyurethan. Sie sollte ihn vor den hohen Temperaturen schützen, von denen es seit dem Start der Aktion am 14. Juni reichlich gab. Wie gut hat sie das geschafft?

Wie viele Liter Eis sind geschmolzen? Am Samstag um Punkt zwölf Uhr näherte sich der Moment der Wahrheit. Zentimeter um Zentimeter fraß sich die Schwertsäge durch die Platten aus Polyurethan. Nach ein paar Minuten gab sie den Blick frei auf den Behälter: Genau 113 Liter hat der Eisblock verloren.

Ein gutes Ergebnis, findet Patrick Vester. Der Obermeister der Zimmerer-Innung sagt: „Für die Temperaturen hat es gut funktioniert.“ Mit der ungewöhnlichen Aktion wollte die Innung auf die Wichtigkeit einer guten Dämmung aufmerksam machen. Dadurch lasse sich Energie sparen, der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß reduzieren und die Wohnqualität steigern, so Vester. Das bei der Aktion verwendete Polyurethan sei nur eine von vielen Möglichkeiten, um ein Haus zu dämmen. „Wenn es um das Dämmen von Gebäuden geht, ist die Zimmerer-Innung der richtige Ansprechpartner.“ Die Aktion habe großes Interesse geweckt, auch bei Nachbarinnungen. Und in der Bevölkerung: Knapp 400 Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet haben an einem Gewinnspiel teilgenommen, bei dem geschätzt werden sollte, wie viel Liter Wasser der Eisblock verloren hat. Die Gewinnerin kommt aus Berlin.

Vester hofft, dass sich dadurch vielleicht ein paar junge Leute Gedanken darüber machen, eine Ausbildung zum Zimmerer zu absolvieren.