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14.01.2014

Alle Fragen, alle Antworten zur Jugendgemeinderatswahl

Jetzt wird es ernst: Mehr als 10.000 Pforzheimer Jugendliche wählen den Jugendgemeinderat der Stadt. Aber was dürfen die Gewählten überhaupt entscheiden? Und wer kandidiert? PZ-news beantwortet alle wichtigen Fragen.

Wer stellt sich zur Wahl?
Die Bewerberliste ist vielfältig: Dabei sind Auszubildende, Hauptschüler und Gymnasiasten, eine peruanische Kandidatin, eine aus Syrien, Mitglieder der Grünen Jugend, der Jungen Liberalen oder parteilose Kandidaten. 48 Prozent der Bewerber sind weiblich, mindestens 30 Prozent stammen aus einer Familie, die nach Pforzheim zugewandert ist. Alle haben aber eines gemeinsam: Sie wollen sich künftig genau den Themen widmen, die Jugendliche wirklich interessieren: Zum Beispiel wünschen sie sich mehr Parks, Freizeitflächen und Bolzplätze, Nachtbusse sollen flächendeckender und öfter unterwegs sein, die Stadt soll sicherer werden.

Bildergalerie: Kandidaten für den Jugendgemeinderat - A-E

Bildergalerie: Kandidaten für den Jugendgemeinderat - F-L

Bildergalerie: Kandidaten für den Jugendgemeinderat - M-S

Bildergalerie: Kandidaten für den Jugendgemeinderat - T-Z

Wer darf wählen?

 10405 Pforzheimer zwischen 14 und 21 Jahren sind wahlberechtigt, unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit. Sie dürfen die 20 Mitglieder des Jugendgemeinderats wählen und selbst kandidieren. Spätestens Anfang April soll sich der frischgewählte Jugendgemeinderat bereits zu einer Sitzung treffen.

Wie geht das mit der Wahl?

 Eure Wahlunterlagen habt Ihr bereits mit der Post erhalten. Den Stimmzettel könnt Ihr im Sekretariat Eurer Schule in die bereitgestellten Wahlurnen werfen oder per Post an die Stadt Pforzheim zurücksenden. Zur Erinnerung: Rund zwei Jahre lang haben Jugendliche, Gemeinderat, Stadtverwaltung und Jugendorganisationen über das Thema Jugendgemeinderat diskutiert und Ideen gesammelt (die PZ berichtete). Nun geht es auf die Zielgerade.

Wie arbeitet das Gremium?

Die 20 Mitglieder des künftigen Jugendgemeinderats sollen die Belange junger Menschen in der Kommunalpolitik vertreten. Dazu können sie dem Gemeinderat Vorschläge unterbreiten. Außerdem nehmen zwei Jugendgemeinderäte an dessen Sitzungen teil und dürfen zu Themen sprechen, die Kinder und Jugendliche betreffen. Dies können Fragen sein, die ganz offensichtlich das Leben junger Menschen beeinträchtigen: Baut die Stadt einen neuen Bolzplatz, oder stellt sie Kindergärtnerinnen ein? Doch tatsächlich beeinflussen weit mehr Beschlüsse des Gemeinderats den Alltag Jugendlicher, als es zunächst scheint. Etwa die Großbaustelle am Hauptbahnhof: Wenn Schulbusse sich verspäten oder ausfallen, betrifft es viele Jugendliche – und geht somit auch den Jugendgemeinderat an.

Die 20 jungen Gemeinderäte sollen auch über ein eigenes, jährliches Budget von 35 000 Euro verfügen. Die sogenannten Sach- und Projektmittel sind Steuergeld und müssen innerhalb städtischer Richtlinien verwendet werden. Das letzte Wort hat Oberbürgermeister Gert Hager, der auch der offizielle Vorsitzende des Jugendgemeinderats ist. Die Budgetrechte sind aber im Vergleich zu Jugendgemeinderäten in anderen Städten weitreichend, die Satzung in Pforzheim ist deshalb einmalig in Baden-Württemberg. Im Vorfeld hatte es immer wieder Streit um die Inhalte der Satzung gegeben, beispielsweise darüber, dass der Oberbürgermeister den Vorsitz hat und der Jugendgemeinderat so zum Sprachrohr der Stadtverwaltung werde. Die Jungen Liberalen hatten zuletzt kritisiert, dass das Wahlverfahren und die Vorstellung der Kandidaten – es hätte eigentlich eine öffentliche Vorstellung oder Podiumsdiskussionen stattfinden sollen – zu unorganisiert gewesen seien.

Zwei Sonderseiten zum Jugendgemeinderat gibt es am Freitag in der "Pforzheimer Zeitung".

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