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Wer im Frauenhaus ankommt, soll möglichst schnell fit werden für den eigenen Alltag. Foto: Peter Steffen
Wer im Frauenhaus ankommt, soll möglichst schnell fit werden für den eigenen Alltag. Foto: Peter Steffen
30.12.2016

Alle Plätze belegt: Pforzheimer Frauenhaus stößt an sein Limit

Pforzheim. Die Plätze im Frauenhaus sind alle belegt. Misshandelte, die bei Theresa Neuhaus um Aufnahme ins ökumenische Frauenhaus bitten, versucht die Leiterin deshalb, in eine andere Einrichtung zu vermitteln. „Es wird immer schwieriger, Plätze in Frauenhäusern zu finden“, sagt Neuhaus.

Nicht jede Stadt hält eine solche Einrichtung vor – es handelt sich um eine freiwillige Leistung. Die Tagessätze für die Unterbringung zahlt das Jobcenter dort, wo die Frauen gemeldet sind. Die Diakonie ist gerade dabei, über die Höhe der Sätze mit Stadt und Kreis neu zu verhandeln.

Seit Mai dieses Jahres ist das ökumenische Frauenhaus zu 100 Prozent belegt, ein Auszug von Schutzsuchenden ist momentan nicht in Sicht. Acht Frauen aus acht Nationen (Syrien, Bulgarien, Italien, Türkei, Deutschland, Kosovo, Rumänien und Irak) leben derzeit mit insgesamt 17 Kindern im Alter von drei Monaten bis 16 Jahren unter einem Dach. Viele wohnten zuvor nicht in der Stadt oder der Region.

Mit der Belegung stoße das Haus an sein Limit, erklärt Sabine Jost, Geschäftsführerin der Diakonie. Zwei der Kinder sind seit Monaten ohne Kindergartenplatz. Sie konkurrieren mit anderen Kindern im Stadtgebiet, die ebenfalls auf einer Warteliste stehen. Den Grund für den hohen Zulauf in Frauenhäuser Land auf, Land ab sieht sie in dem Fehlen von günstigem Wohnraum. Lag die Verweildauer der Hilfesuchenden im Jahr 2015 noch bei 49 Tagen, gebe es im Moment mehrere Frauen, die seit einem Jahr den Auszug nicht geschafft haben, sagt Neuhaus.

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