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Fatih Aygün, Frank Johannes Lemke, Ahmet Kurt, Christine Quincke, Rami Suliman (sitzend, von links), Kita-Leiterin Clarissa Lethaus und Geschäftsführerin Sabine Jost (stehend, von links) freuen sich auf die Eröffnung der Kita Irenicus.  Foto: Meyer 

Alle unter einem Dach: Deutschlands erste interreligiöse Kita ist startklar

Pforzheim. Noch sind die Handwerker im Neubau an der Irenicusstraße 3 zugange. Doch bis Freitag, 13. März, wenn um 10 Uhr die bundesweit erste interreligiöse Kita im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit eröffnet wird, soll auch der letzte Feinschliff erledigt sein. Ab Montag sollen dann zehn Kinder die Einrichtung an der Irenicusstraße besuchen.

„Es ist alles sehr aufregend“, gesteht Sabine Jost, die als Geschäftsführerin der Diakonie Pforzheim auch die Geschäftsführung der Kita Irenicus innehat. Das Lampenfieber teilt sie sich mit Caritas-Chef Frank Johannes Lemke, Dekanin Christiane Quincke, Ahmet Kurt vom yezidischen Zentrum Baden-Württemberg, Rami Suliman von der israelitischen Religionsgemeinschaft Baden sowie Fatih Aygün vom Bündnis unabhängiger Muslime Enzkreis, dem Verbindungen zur umstrittenen Gülen-Bewegung nachgesagt werden. Sie alle sind Träger des Modellprojekts, das vom Tübinger Theologieprofessor Friedrich Schweitzer wissenschaftlich begleitet wird.

Für Donnerstag sind die ersten zehn Eltern zum Gespräch in die Kita eingeladen, die dann „hoffentlich am Montag ihre Kinder bringen“, wie Jost erklärt. Vormerkungen für einen Platz, so Jost weiter, gebe es aber bereits jetzt mehr als hundert. Gestartet werden soll am 16. März mit zehn Kindern und zwei Erzieherinnen. Nach und nach sollen sich die Gruppen dann vergrößern. „Das Leben in der Kita soll, wie das ganze Projekt, organisch wachsen“, sagt Lemke. Bis September sollen die bis dahin sieben Pädagogen die Kinder vorerst bis 14 Uhr betreuen. Wenn alles nach Plan läuft, sollen in diesem Jahr vier der insgesamt sechs geplanten Gruppen an den Start gehen und die Betreuungszeiten erweitert werden – was aber auch am Personal hängt. „Unter dem Jahr ist es sehr schwer, Fachkräfte zu bekommen“, sagt Jost. Bei voller Auslastung könnten dann, ab kommendem Jahr, 80 Kinder über drei und 20 Kinder unter drei Jahren von insgesamt 25 Erziehern betreut werden. Und zwar – sowohl beim Personal als auch beim Nachwuchs – mit möglichst unterschiedlichem Glauben.

Sorgen bereiten den Trägern aber noch die Finanzen: Bislang gibt es bei den Betriebskosten ein Defizit von 25.000 Euro. Nach Gesprächen mit verschiedenen Stadträten hofft Lemke auf einen fraktionsübergreifenden Antrag im Gemeinderat zugunsten der neuen Kita Irenicus.

Mehr über die Eröffnung der Kita Irenicus lesen Sie am Donnerstag, 12. März, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Jeanne Lutz

Jeanne Lutz

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