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Vom Marktplatz aus setzte sich im vergangenen der „Friedensmarsch“ Richtung Nordstadt in Bewegung. Darunter mischten sich auch Mitglieder der „Antifa“.  Foto: Seibel/Archiv 
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Beamte der Bereitschaftspolizei bilden jedes Jahr eine Barriere zwischen Rechts und Links, um eine Konfrontation zu vermeiden. Foto: Seibel/Archiv 

Alles unter Kontrolle am 23. Februar? Ordnungsamt und Polizei sprechen mit Anmeldern von Kundgebungen

Pforzheim. Natürlich lesen auch der Staatsschutz der Polizei und Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamts Textpassagen wie diese: „. . . Mobilisierung von Hunderten Menschen zu direkten Gegenprotesten. . .“ gegen die „Rechtspopulisten von der AfD, der FHD“ – der „Freundeskreis Ein Herz für Deutschland“ – „oder andere Faschisten, sonstige Reaktionäre oder auch die Stadt selbst“ – zu lesen auf der Homepage der „Antifaschistischen Aktion Tübingen“.

Das Motto: „Nicht lange fackeln – die Nazimahnwache in Pforzheim verhindern“. Der Zeitplan sieht vor, dass sich die Demonstranten am 23. Februar um 15.20 Uhr vom Tübinger Hauptbahnhof in Bewegung setzen, um 18 Uhr zum Demonstrationszug am Hauptbahnhof Pforzheim formieren und eine halbe Stunde später beim „Café Hasenmayer“ in der Nordstadt aufstellen. Alles wie gehabt: In Hörweite von rund 100 anvisierten Anhängern der rechtsextremen Szene, die zum Zeitpunkt der Bombardierung Pforzheims am 23. Februar 1945 ihre Fackeln entzünden. Mit den Verantwortlichen des FHD werde man noch das Gespräch suchen, so Ordnungsamtsleiter Wolfgang Raff. Aus logistischer Sicht bereiten die Rechten der Polizei die wenigsten Probleme: In der Regel holt man sie ab, eskortiert sie auf das abgesperrte Wartberg-Plateau, schaut, dass keine Demonstranten zu ihnen durchbrechen, um die Fackel-„Mahnwache“ aufzumischen, und geleitet sie wieder zu einem Sammelpunkt.

Die große Unbekannte ist – wie jedes Jahr – das unberechenbare Verhalten der Linksautonomen. Verhalten sie sich statisch? Oder versuchen sie – getrennt oder vereint –, auf verschlungenen Wegen zum Plateau zu gelangen? Man darf davon ausgehen, dass Polizeivizepräsident Franz Semling und sein Einsatz- und Führungsstab sämtliche Szenarien durchgehen, um sich nicht überraschen zu lassen.

Unliebsamen Überraschungen vorbeugen sollen auch Gespräche mit Vertretern des Ordnungsamts, des Staatsschutzes und des Führungs- und Einsatzstabs der Polizei mit den Anmeldern der Märsche oder Demonstrationen am Gedenktag.

Gestern fand ein solches Gespräch mit dem Anmelder der Linksautonomen statt, bei dem dieser auch die zu erwartende Zahl an Teilnehmern nannte (rund 250) – als Basis dafür, wie viele Ordner er aus den eigenen Reihen rekrutieren muss (mindestens 15). Mehr lesen Sie am Dienstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.