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Friederike Kaiser, Leiterin des Alpinen Museums in München, bei ihrer Einführung in die Ausstellung in der Sparkassen-Kundenhalle. Foto: Frommer
Friederike Kaiser, Leiterin des Alpinen Museums in München, bei ihrer Einführung in die Ausstellung in der Sparkassen-Kundenhalle. Foto: Frommer
13.05.2016

Alpenverein blickt kritisch auf eigene Geschichte zurück

Die Sektion Pforzheim des Deutschen Alpenvereins (DAV) feiert ihr 125-jähriges Bestehen – mit der Wanderausstellung „Berg Heil! Alpenverein und Bergsteigen 1918–1945“ im Sparkassenhaus. Die meisten Exponate beschäftigen sich mit der Entwicklung des Bergsteigens in den 1920er- und 1930er-Jahren. Historische Fotografien vermitteln eine Vorstellung von den Leistungen der Spitzenalpinisten dieser Zeit. Außerdem widmet sich die Ausstellung der Geschichte des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (DuÖAV) während der Zeit des Nationalsozialismus. Die Ausstellung in der Kundenhalle ist noch bis zum 27. Mai während der Öffnungszeiten der Sparkasse zu sehen.

Heute ist die am 28. Dezember 1891 gegründete Sektion Pforzheim des DAV der mitgliederstärkste Verein der Goldstadt. Hieran, und an die beispielgebenden Verdienste der Brüder Emil und Adolf Witzenmann beim Bau der (alten) Pforzheimer Hütte 1901 am Schlinigpass, erinnerte der Stadtrat und Sektionsvorsitzende Rolf Constantin (CDU) bei seinem Grußwort im Rahmen der festlichen Ausstellungseröffnung. Er schloss mit dem Ausblick auf die Hauptversammlung im November 2016 in Offenburg, bei der der Pforzheimer Sektion das Umweltgütesiegel überreicht werden soll.

Gastreferentin der Vernissage war die Kunsthistorikerin Friederike Kaiser, Leiterin des Alpinen Museums in München. Wie ihr Vorredner ging sie auf die Zeitspanne 1918 bis 1945 ein, in der eine ursprünglich apolitische und vom Bildungsbürgertum getragene Freizeitbeschäftigung von den NS-Machthabern bewusst immer enger in die politische Geschichte eingebunden wurde. Sie schilderte auch, dass bereits im Zuge des nach dem Ende des Ersten Weltkriegs weit verbreiteten Revanchismus Franzosen und Italienern die Aufnahme in den Hütten des Alpenvereins verweigert wurde, was, so Kaiser, „bei einem Wetterumschwung in den Alpen durchaus einem Todesurteil gleichkommen konnte“. Die Ausstellung in der Kundenhalle ist die letzte vor dem anstehenden Umbau der Sparkassenzentrale, so Vorstand Stephan Scholl. Ihre Exponate mahnen unübersehbar zur vorbehaltlosen und internationalen Bergkameradschaft.

www.alpenverein-pforzheim.de