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Dürre Äste ohne Laub – der alte Baum war mehr und mehr saft -und kraftlos.
Dürre Äste ohne Laub – der alte Baum war mehr und mehr saft -und kraftlos.
Bunt gefärbt sind die Blätter in der Nachbarschaft der gefällten Kastanie.
Bunt gefärbt sind die Blätter in der Nachbarschaft der gefällten Kastanie.
Der Stumpf blieb stehen und soll als Abstelltisch benutzt werden.  Frei
Der Stumpf blieb stehen und soll als Abstelltisch benutzt werden. Frei
30.10.2015

Alte Kastanie an der Enz nicht zu retten

Es war einmal eine Kastanie, bald 100 Jahre alt, die selbst das Inferno das 23. Februar 1945 mit Bombenhagel und Feuersbrunst überlebt hatte. Sie stand am früheren Baumsteg, der verlängerten Fußgängerverbindung über die Enz vom Baumgäßchen zur Turnstraße.

Doch in den vergangenen Jahren schwächelte der mächtige Baum, zuletzt war er krank. So krank, dass er schon lange keine Blätter mehr trug, sich das Totholz mehrte und die Krone mit ihren Ästen auf der durch Fußgänger und Fahrradfahrer stark frequentierten Bissingerstaße zu einer Gefahrenquelle wurde.

Carsten Schwarz, im Grünflächen- und Tiefbauamt der Stadt Pforzheim neben dem Wildpark auch für die Baumpflege zuständig, tat es in der Seele weh, als die Entscheidung getroffen werden musste, die Rote Rosskastanie (eine Kreuzung zwischen der gemeinen Rosskastanie und der Roten Stielrosskastanie) zu fällen. „Es sieht leider nicht gut aus“, hatte er im Juni bemerkt. Es waren nicht nur Umwelteinflüsse, lange Trockenheit, der durch Kanäle im Untergrund zu geringe Lebensraum für die Wurzeln sowie die weitgehend versiegelte Standfläche, die der Kastanie zusetzten. Sie war auch auch durch eine tödliche Plage befallen: „Pseudomonas syringae pv. aesculi“ heißt die Bakterie, die den Baum bei lebendigem Stamm verfaulen lässt und gegen die es (noch) kein Mittel gibt, um dieser Krankheit Herr zu werden.

So musste die Kastanie jetzt gefällt werden. Nur ein etwas mehr als ein Meter hoher Stumpf blieb stehen, denn in Absprache mit Enzio d‘Eugenio, dem Inhaber des benachbarten Restaurants „Bellini“, soll hier ein Abstelltisch für die Außengastronomie entstehen. Der wird künftig daran erinnern, dass hier eine prächtige Kastanie stand, die zuletzt jedoch ohne Saft und Kraft war und im Gegensatz zu den umgebenden Bäumen völlig kahl da stand. Um die Situation aufzuwerten, wird das Grünflächen- und Tiefbauamt im nächsten Jahr am Geländer entlang der Enz Blumenkästen anbringen.

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