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Ein Juwel macht Kummer: Die Alte Halle im Emma-Jaeger-Bad könnte bald auch fürs Schul- und Vereinsschwimmen außer Betrieb gehen. Ein Statiker prüft den baulichen Zustand. Womöglich kommen die Räume dann dem neuen Kreativzentrum unterm gleichen Dach zugute.
Bäder © Ketterl
07.06.2011

Altes Emma-Jaeger-Bad bereitet Kopfschmerzen

PFORZHEIM. Die Stadt Pforzheim hat die Beratung ihres Bäderkonzepts aufgenommen. Der Erste Bürgermeister Roger Heidt (CDU) sagte, er wolle möglichst alle Standorte erhalten. Experten haben einen Investitionsstau von zwölf Millionen Euro festgestellt. Große Sorgen bereitet die Alte Halle im Emma-Jaeger-Bad.

Die Alte Halle des Emma-Jaeger-Bads sei die nächste Nordstadtschule. So schildert es einer, der dabei gewesen ist am Montagnachmittag, als die Experten vom Büro Altenburg vor dem Gemeinderatsausschuss für öffentliche Einrichtungen erste Anhaltspunkte für ein zukünftiges Bäderkonzept gaben. Als größtes Sorgenkind muss sich dabei nach übereinstimmender Schilderung von Teilnehmern die Alte Halle entpuppt haben. So sehr, dass der Vergleich mit der wegen Einsturzgefahr gesperrten Nordstadtschule aufkam.

Auf PZ-Nachfrage bestätigte der Erste Bürgermeister und Bäderdezernent Roger Heidt, dass ein Statiker das wunderschöne Jugenstil-Bad am Donnerstag genau in Augenschein nehmen werde. Weitere Untersuchungen während der Pfingstferien sollen folgen, wenn es ohnehin geschlossen ist. Erst dann entscheidet sich, ob der Badebetrieb – fast ausschließlich Schul- und Vereinsschwimmen – aufrecht erhalten werden kann. Auch bei weiteren Pforzheimer Bädern gibt es Handlungsbedarf.

Die nötigen, aber nicht getätigten Investitionen der vergangenen Jahre addieren sich mittlerweile auf rund zwölf Millionen Euro. Heidt will nach eigenem Bekunden möglichst alle Standorte erhalten, effizienter nutzen, die Bäder qualitativ aufwerten und so attraktiver für Besucher machen.

Auch für das Wartbergbad stehen die Zeichen offenbar auf Weiterbetrieb – nach einer Schrumpfkur. Das defizitäre Freibad hat zu weite Wege, zu viel Freifläche und zu viel Wasserfläche. Eine Lösung könnte sein, das Schwimmerbecken zu verkleinern und einen Nichtschwimmerbereich darin unterzubringen. Das separate Nichtschwimmerbecken würde entfallen. Einen Teil der großen Freifläche könnte das Bad abgeben, in einem weiteren könnte eine Saunalandschaft angesiedelt werden, um das Bad attraktiver zu machen.

Die Sauna im neuen Emma-Jaeger-Bad dagegen ist offenbar ungünstig beurteilt worden. Wie überhaupt für dieses Bad eine Generalsanierung ratsam scheint. Die Stadtteilbäder in Huchenfeld und Eutingen sollen für den Schul- und Vereinssport uneingeschränkt erhalten bleiben. Der öffentliche Badebetrieb dagegen könnte eingeschränkt oder bis auf weiteres beendet werden, wie dies in Brötzingen und auf dem Buckenberg bereits der Fall ist – den zwei Bädern, die wie das teils sanierte Nagoldbad quasi unbeanstandet blieben.

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