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03.02.2010

Am Donnerstag bleiben alle Stadtbusse im Depot

PFORZHEIM. Wer normalerweise den öffentlichen Personnahverkehr benutzt, um zur Arbeit, zum Arzt oder in die Schule zu kommen, muss heute Einschränkungen hinnehmen. Die Fahrer der Stadtbusse streiken.

Erste bundesweite Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben schon Anfang der Woche vor allem im Personennahverkehr, bei der Müllabfuhr, in Kindergärten und Krankenhäusern zu Behinderungen geführt. Die Gewerkschaft ver.di wird ihren Streikaufruf heute auf ganz Baden-Württemberg – so auch auf Pforzheim – ausweiten.

Die PZ hatte bereits kurz berichtet, dass heute (Donnerstag) keine Busse verkehren werden, da die SVP Stadtverkehr Pforzheim bestreikt wird. Es bleiben alle 68 Busse im Depot, wie SVP-Geschäftsführer Johannes Schwarzer auf Anfrage erklärte. Er selbst habe ebenfalls erst aus der PZ erfahren, dass Pforzheim mitbetroffen ist. So wie es zuletzt im März 2008 der Fall gewesen sei.

Seine 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter das 180-köpfige Fahrpersonal, seien zu 95 Prozent gewerkschaftlich organisiert. Daher werde auch die Werkstatt bestreikt. Ob das Service-Center an der Poststraße geöffnet sein wird, konnte Schwarzer gestern noch nicht sagen.

Verärgert ist der SVP-Geschäftsführer über die Informationspolitik von ver.di. Streiks seien wohl nichts Außergewöhnliches, aber wenn sie so kurzfristig wie gestern bekannt gegeben würden, könnten sich die dadurch Betroffenen kaum auf die neue Situation einrichten. „Das Säbelrasseln der Gewerkschaften wird leider auf dem Rücken der Fahrgäste ausgetragen“, bemerkte Schwarzer. Seine Kunden würden durchschnittlich 70 000 Fahrten am Tag unternehmen. Diese fallen heute aus.

Dagegen werden die Regionalbusunternehmen und die privaten Omnibusse heute zu den normalen Zeiten fahren. Auch auf der Nagoldtal- und Enztalbahn können die Bahnverbindungen von und zum Hauptbahnhof genutzt werden.

Vom Warnstreik stark betroffen sind auch die Schulbusse. Wer von auswärts mit einem Privatunternehmer nach Pforzheim kommt, für den ist am Leopoldplatz Endstation.

Für den SVP-Betriebsrat erklärte dessen Sprecher Martin Metzner, man habe zwar gewusst, dass ein Arbeitskampf stattfinden werde, aber der Aufruf zur Teilnahme sei ihm selbst erst relativ spät am Dienstagabend zugegangen. Die SVP-Mitarbeiter würden am Donnerstag um 4 Uhr das Tor für 24 Stunden schließen und um 8 Uhr mit vier Bussen eines Privatunternehmers nach Karlsruhe zu einer Kundgebung fahren.
Mit dabei, so Metzner, seien sicher auch Angehörige der Stadtwerke (SWP) und der Technischen Dienste der Stadt Pforzheim. Kindergärten und Kindertagesstätten sind vom Warnstreik-Aufruf offensichtlich nicht betroffen.

ver.di ist mit einem Forderungspaket von fünf Prozent in die Tarifrunde gegangen. Enthalten sind eine Gehaltserhöhung, eine 24-monatige Laufzeit, 100 Euro mehr für die Auszubildenden und eine Verlängerung der Altersteilzeitregelungen.

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