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12.01.2010

Am Mittwochmorgen droht Gefahr durch Blitzeis

PFORZHEIM/ENZKREIS. Der Wetterdienst kündigt für die Rhein-Enz-Schiene am Mittwoch Blitzeis im morgendlichen Berufsverkehr an. Sollte dies zutreffen, wird auch in Pforzheim und dem Enzkreis mit Problemen gerechnet.

„Wir tun, was wir können, aber gegen höhere Gewalt sind auch wir machtlos, wenn unsere Streufahrzeuge stecken bleiben oder in Unfälle verwickelt werden“, sagt Jens Hartmann von den Technischen Diensten der Stadt Pforzheim. „Es gibt aber noch eine Chance, dass Pforzheim vom Blitzeis weitgehend verschont bleibt. Dank der hohen Einsatzbereitschaft unserer Fahrer, die derzeit fast Übermenschliches leisten und zum Teil Mehrfachschichten fahren, lief der Winterdienst in Pforzheim auf den Hauptstraßen und Buslinien bisher weitgehend störungsfrei ab, auch wenn es hier und da in den Nebenstraßen Probleme gab“, sagt Hartmann.

Es gibt auch Lob

„Neben Beschwerden über nicht geräumte Nebenstraßen gebe es auch Lob von Bürgern für den Einsatz auf den Hauptstrecken. Man müsse den Fahrern auch eine Ruhephase gönnen, obwohl dies in der gegenwärtigen winterlichen Ausnahmesituation schwer sei – bei 30 Fahrern und 19 Fahrzeugen.

Einige von ihnen hätten 24-Stunden-Rufbereitschaft, andere wie der derzeitige Einsatzleiter Hans Fischer haben in der Nacht zum Dienstag nur eineinhalb Stunden geschlafen. „Er musste dann morgens um 2 Uhr schon wieder aus den Federn, um die Straßenverhältnisse für die Streu-Flotte zu testen, die um 3 Uhr ausrückte. Weil die Streudienste genügend damit zu tun hätten, die Straßen der Prioritätsliste eins und zwei zu streuen, kämen die Nebenstraßen oft zu kurz. „Aber auch sie werden mit vier Fahrzeugen in den Zeiten bedient, wenn es wieder ruhiger ist“, verspricht er. Dieser Einsatz sei ein außergewöhnlicher Kraftaufwand.

Lieferzeiten von zehn Tagen

Am Montag seien wieder drei Züge Salz mit 75 Tonnen Streumaterial eingetroffen, obwohl auch die größten deutschen Streusalz-Hersteller Lieferzeiten von zehn Tagen hätten. „Nicht alles, was wir bestellt haben, ist schon eingetroffen, aber bei einem Salzvorrat von rund 600 Tonnen können wir derzeit auch vorsorgliche Streu-Einsätze gegen die Eisglätte fahren“, so Hartmann.

Bernd Hagenbuch, Leiter der Technischen Dienste bei der Stadt Pforzheim, bittet Bürger um Verständnis, wenn es zu Verzögerungen bei der Müllabfuhr kommt. Da die Nebenstraßen oft nicht geräumt werden könnten, sei sogar das eine oder andere Müllfahrzeug stecken geblieben.

„Bei den gelben Säcken sind wir in Verhandlungen, um einen Nachholtermin zu organisieren“, betont er. Auch bei der Abholung anderer Mülltonnen habe es Probleme gegeben. „Wir sind jetzt in der ersten Woche des neuen Jahres, in der kein Feiertag ist und es wieder geordneter zugehen müsste“, hofft er. Wenn wegen des Blitzeises der Mülleimer heute stehengelassen werde, sollten die Bürger ihren Eimer einen Tag länger vor ihre Haustüre stellen. Der Müll werde dann am Folgetag abgeholt.

Schneeberg auf dem Gehweg

Markus Dietz aus Birkenfeld, der als Privatunternehmer für den Enzkreis, die Stadt Neuenbürg und die Handstreukolonne der Stadt Pforzheim zuständig ist, die unter anderem die Bushaltestellen vom Schnee befreit, spricht von einer außergewöhnlich angespannten Situation mit sehr wenig Schlaf. Außerdem räumt er die Flächen großer Einkaufszentren vom Schnee. Den Winterdienst fahre er mit neun Fahrzeugen sowie mit drei befreundeten Unternehmern seit 1987.

 „Wenn wir fünf bis sechs Mal eine Strecke abfahren, so ist das notwendig, um ein optimales Ergebnis zwischen Flüssig- und Festsalzstreuung zu erreichen, damit das getaute Material nicht gleich wieder eingefriert. Wir streuen nicht bei jedem Einsatz Unmengen von Salz, sondern nur die Menge, die notwendig ist“, sagt er.

„Wenn unser Schneepflug , der eine Breite von 3,20 Meter hat, durch eine Ortsdurchfahrt fährt und diesem Fahrzeug ein Lastwagen oder Bus entgegenkommt, landet natürlich notgedrungen mancher Schneeberg auf den Gehweg. Aber so etwas machen wir nicht mit Absicht“, so Dietz.