nach oben
Im „Café d’Anvers“ an der lebendigen und aus seiner Sicht vorbildlichen Dillsteiner Straße fühlt sich Gert Hager wohl. Für den „Pforzheimer Weg“ wirbt er wie in Bürgergesprächen auch während der Kaffeepause mit PZ-Redakteur Claudius Erb.
Im „Café d’Anvers“ an der lebendigen und aus seiner Sicht vorbildlichen Dillsteiner Straße fühlt sich Gert Hager wohl. Für den „Pforzheimer Weg“ wirbt er wie in Bürgergesprächen auch während der Kaffeepause mit PZ-Redakteur Claudius Erb.
18.04.2017

Amtsinhaber Gert Hager will im direkten Gespräch überzeugen

Gert Hager hat Urlaub. Das sieht und merkt man ihm an. Entspannt wirkt der Oberbürgermeister, der statt des sonst obligatorischen Jacketts einen Pullover überm Hemd trägt. Herzlich geht es zu in seinem voll besetzten Lieblingscafé an der Dillsteiner Straße: Hager herzt Inhaberin Anneke Nestele-Melis, kurz darauf dampft auf dem von ihm zuvor wohlweislich reservierten Tisch ein Cappuccino mit Herz-Muster im Milchschaum. Neben Johannisbeerschorle sein bevorzugtes Getränk, verrät der 54-Jährige, während er ein wenig Zucker einrührt.

Volle Kraft voraus

Hier baumelt die Seele – doch der Schein trügt: Auch diese vermeintliche Kaffeepause ist ein Termin. Bis zuletzt hat Hager seine vielfältigen Amtsgeschäfte erledigt, um dann an diesem Donnerstagmittag nahtlos in das überzuwechseln, was er „Voll-Wahlkampf“ nennt. Nicht mit einer „Materialschlacht“, sondern in einem „Wahlkampf von Mensch zu Mensch“ will er punkten. „Ich arbeite mit so viel Herzblut für unsere Heimatstadt und meine Geburtsstadt, dass ich unseren Pforzheimer Weg unbedingt fortsetzen möchte mit den Bürgern“, sagt Hager. An Infoständen soll diese Botschaft unters Volk gebracht werden, aber auch bei „Aberhunderten Hausbesuchen“. Nach Urlaub klingt das nun wirklich nicht.

Um so wichtiger sind da kurze Phasen des Krafttankens. Im Familienkreis gelinge das oder bei Spaziergängen mit Hund Timmy: „Zu Hause kann ich wirklich abschalten.“ Aber auch solche Stippvisiten im „Café d’Anvers“ gönnen sich Gert und Sabine Hager sowie Sohn Johannes regelmäßig. Dieser belgische Kaffeehaus-Stil sei „etwas ganz Besonderes: Man fühlt sich richtig wohl und willkommen.“

Blaupause für die City-Ost

Vielleicht genießt Hager diese Momente auch deshalb besonders, weil der Blick durch die Fenster seine Sicht der Dinge zu bestätigen scheint. Lange sei diskutiert worden, ob sich hier ein städtisches Engagement erst lohne, wenn Eigentümer ihre Immobilien aufgehübscht und Läden mit ansprechenden Mietern bestückt hätten. Dann aber habe er gemeinsam mit dem Gemeinderat entschieden, die Dillsteiner Straße zu sanieren: „Und jetzt steppt hier der Bär.“ Fast alle Besitzer hätten inzwischen ihre Gebäude hergerichtet, immer vielfältiger und attraktiver werde das Angebot an Handel und Gastronomie. Eine Blaupause könne das sein für andere Bereiche der City: Die „Neue Mitte“ samt Neugestaltung der Fußgängerzone und Großprojekt Innenstadt-Ost sollen schließlich zu Meilensteinen werden auf diesem „Pforzheimer Weg“.

Einer für alle

Es ist eines jener Themen, das er auch in der nun „heißen Wahlkampfphase“ mit möglichst vielen Bürgern besprechen will, die er als „sehr aufgeschlossen“ erlebt. Beeindruckt und gefreut habe ihn bei den bisherigen Begegnungen, dass neben den Städtern auch viele Enzkreis-Bewohner großes Interesse an Pforzheim zeigten. „So definiere ich mein Amt als OB: Ich bin für alle Menschen da, die in unserer Stadt sind.“

Viele Helfer stünden ihm zur Seite, etliche Spender „quer durch die Bevölkerung“ unterstützten ihn in einem Wahlkampf, den er sehr ernst nehme und bislang als vergleichsweise fair empfinde: „Jeder versucht eben, seine Positionen nach vorne zu schieben.“

Was, wenn ein Anderer am Ende der Glücklichere ist? „Ich mache mir da gar keine Gedanken“, sagt Hager: „Ich setze auf den ersten Wahlgang.“

Leserkommentare (0)