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Der Tatort: Hier fuhr am Wochenende eine 19-Jährige mit ihrem Auto in eine Personengruppe.
25-Jähriger schwebt nicht mehr in Lebensgefahr © Trugenberger
10.11.2010

Angefahrener 25-Jähriger nicht mehr in Lebensgefahr

PFORZHEIM. Der lebensgefährlich verletzte 25-Jährige, der am Samstagmorgen von einer 19 Jahre alten Frau auf einem Gehweg an der Julius-Moser-Straße angefahren worden war, konnte inzwischen aus der Intensivstation entlassen werden. Die Fahranfängerin war mit ihrem Auto nach einem Disco-Besuch auf der Wilferdinger Höhe unterwegs, als sie sich kurz umdrehte, dabei das Lenkrad verzog und in eine Personengruppe hineinfuhr, die sich auf dem Gehweg befand.

Frank Otruba, Pressesprecher der Polizeidirektion Pforzheim, sieht darin keinen typischen Disco-Unfall, da bei keiner beteiligten Person Alkohol im Spiel gewesen sei. Es gebe aber vermehrt Probleme durch Provokationen zwischen Fußgängern und Autofahrern. Wo früher der Vogel gezeigt wurde, flögen heute schnell die Fäuste, sagt Otruba. Davon seien in jüngster Zeit auch Kinder betroffen gewesen: So sei einem Autofahrer eine Kindergruppe auf Fahrrädern zu langsam gefahren, so dass der Mann ausgestiegen sei und das letzte Kind vom Rad gestoßen habe.

Auch beim Einparken sei in jüngster Zeit nicht lang um den heißen Brei geredet worden. So habe ein Autofahrer, im Streit um einen Parkplatz einfach die Fäuste sprechen lassen. Ebenso in Neuenbürg. Am Zebrastreifen halten und ein paar Sekunden warten? Fehlanzeige. Weil ein Fußgänger anfing seinen Schuh mitten auf dem Überweg zu binden, riss dem wartenden Autofahrer der Geduldsfaden. Kurzerhand stieg er aus seinem Wagen und schlug auf den Fußgänger ein.

In letzter Zeit seien solche Vorkommnisse keine Einzelheiten gewesen, berichtet der Polizei-Pressesprecher. Vor allem gegen Polizisten würden sich die Aggressionen häufen. Keine Seltenheit sei Widerstand gegen Beamte bei der Festnahme, von Beleidigungen ganz zu schweigen. Um künftig vor allem Problemen mit Jugendlichen vorzubeugen, hat die Polizei zahlreiche Projekte eingeführt. So wurden jüngst rund 900 sogenannte "Schutzengel" ausgebildet, die Jugendliche daran hindern sollen, sich alkoholisiert ans Steuer zu setzen.