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Symbolbild: dpa
Symbolbild: dpa
06.03.2019

Angeklagter bestreitet Angriff auf Mutter und Schwester

Pforzheim. Weil er seine Schwester und Mutter mit einem Küchenmesser bedroht, 1800 Euro von der Mutter erpresst, sie mit einer Bratpfanne auf Schulter und Kopf geschlagen und mit einem Badeschuh verletzt haben soll, steht der gebürtige Pforzheimer Afran A. (Name von der Redaktion geändert) nun als Angeklagter vor dem Pforzheimer Amtsgericht.

Die Staatsanwältin Christine Roschinski wirft ihm am Prozessauftakt an diesem Mittwoch Körperverletzung mit gefährlichem Werkzeug, schwere räuberische Erpressung und Gefährdung der körperlichen Gesundheit vor. Die Verlesung der sechs Anklagepunkte beziehen sich unter anderem auf Strafanträge im Jahr 2017, jedoch wurde der 28-Jährige bereits in den Jahren 2015 und 2016 von seinen Schwestern und der Mutter wegen Körperverletzung und Erpressung angezeigt.

Der Arbeitslose bestreitet während der Verhandlung einen Angriff mit Messer, Bratpfanne oder einem Badeschuh. Er habe lediglich Beleidigungen ausgesprochen. Vor Gericht vermerkt er, seine Mutter hätte ihm das Geld in Höhe von 1800 Euro freiwillig ausgehändigt. „Meine Mutter hat gezahlt, weil sie Fehler gemacht hat“, sagt der Angeklagte. Er wiederum behauptet laut Polizeiberichten, Opfer von Bissen seiner Schwester und Schlägen durch die Pfanne geworden zu sein.

„Psychische Probleme“

„Meine Schwestern leiden unter psychischen Problemen, ich bin ein Mensch, der Streitigkeiten aus dem Weg geht“, sagt der 28-Jährige. Der Angeklagte kann sich nach eigener Aussage jedoch nicht mehr an die Vorfälle vor zwei Jahren erinnern und streitet die Anklagepunkte ab. „Entweder haben wir einen Justizskandal oder der Angeklagte hat ein Problem“, macht Richter Ingo Mertgen klar.

Die Vernehmung von sechs Zeugen, alle aus dem Polizeirevier Nord, geben Erkenntnisse darüber, dass es keine schwerwiegenden äußerlich sichtbaren Verletzungen bei Sohn und Mutter gegeben habe. Vor Ort sei der Angeklagte unkooperativ gewesen und habe seine Mutter beschimpft, deshalb habe er einen Platzverweis der Polizei erhalten. Er sei jedoch nach deren Verlassen wieder in der Wohnung aufgetaucht. Durch den Gebrauch des Zeugnisverweigerungsrechts der Kläger und frühzeitige Belehrung der Polizeibeamten vor Ort dürfen keine Angaben zu den Aussagen von Mutter und Tochter gemacht werden, sagt einer der Polizeibeamten. Seine Mutter habe in einem Fall zudem widersprüchliche Aussagen während der polizeilichen Vernehmung gemacht, einerseits wolle sie eine Lösung finden, jedoch ihren Sohn auch vor weiteren Problemen schützen, sagt eine Zeugin.

Flüchtiger Kontakt

Kontakt habe der Angeklagte nur noch flüchtig zu seiner Mutter. Die Wohnung dürfe er nicht mehr betreten, da seine Mutter und Schwester Angst haben, er könne sie aufgrund bisheriger Bedrohungen vergewaltigen.

Zu einem Urteil kommt es am Mittwoch nicht, die Gerichtsverhandlung wird am 8. und 18. März fortgesetzt.

Isis
07.03.2019
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