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13.03.2011

Angst vor dem Super-Gau: Ex-Pforzheimerin verlässt Japan

YOKOHAMA/PFORZHEIM. Jetzt ist die Flucht beschlossene Sache: Gabi Wabro, ehemalige Pforzheimer Anwältin lebt seit mehreren Jahren mit ihrem Mann Markus in Japan. Derzeit ist er als Diplomingenieur bei Bosch Yokohama beschäftigt. Beide haben das Mega-Beben gut überstanden, da Yokohama im Landesinneren an der Ostküste liegt, aber doch etwa 400 Kilometer vom Epizentrum des Bebens entfernt. Am Dienstag werden sie trotzdem nach Deutschland zurückfliegen.

"Die vergangene Nacht von Samstag auf Sonntag war von Erdbeben der Stärke 6 geprägt. Alle zwanzig Minuten wackelte unser Haus. Man sitzt sozusagen auf gepackten Koffern. Immer besorgniserregender werden natürlich die Nachrichten zur Kernschmelze des Reaktors. Nun beginnen auch die ersten Hamsterkäufe. Nudeln und Sprit sind immer schwerer zu bekommen, obwohl in Yokohama ganz normal gearbeitet wird. Glücklicherweise waren wir hier viele Kilometer entfernt vom Tsunami. Dennoch kursieren hier nun angstmachende Gerüchte vom Super-GAU der Reaktoren. Ich werde deshalb Japan verlassen. Am Dienstag ist es soweit. Der Flug soll ganz regulär von Tokio abgehen. Ich bin auf der einen Seite traurig darüber, Japan verlassen zu sollen, auf der anderen Seite haben wir natürlich große Sorgen, wie das hier alles weitergehen soll."

(O-Ton Gabi Wabro aufgezeichnet von Thomas Satinsky)

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