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Maite Frey blickt an der Bleichstraße skepisch auf das Bauvorhaben. Sie und ihr Mann fürchten mangelnde Stellplätze. Foto: Seibel
Maite Frey blickt an der Bleichstraße skepisch auf das Bauvorhaben. Sie und ihr Mann fürchten mangelnde Stellplätze. Foto: Seibel
Vor allem Lastwagen nutzen den Parkplatz zwischen Wildbader und Carl-Hölzle-Straße auf städtischem Grundstück. Foto: Seibel
Vor allem Lastwagen nutzen den Parkplatz zwischen Wildbader und Carl-Hölzle-Straße auf städtischem Grundstück. Foto: Seibel
25.05.2017

Angst vor wachsender Parkplatz-Not in Pforzheim

Die Klagen sind durch die ganze Kernstadt zu hören, und sie nehmen zu: Anwohner, Gäste und Kunden finden immer weniger Parkplätze. Das ist aus der Nordstadt zu vernehmen, von der Bleichstraße, aus der Oststadt vor allem nahe des Emma-Jaeger-Bads, teils dramatisch aus der Weststadt und aus Brötzingen. In dem Maß, in dem die Einwohnerzahl wächst – und die Neigung zum Ausgehen in „Rodensteiner“ und „Rosenrot“, in „Irish Pub“ und „Mauritius Lounge“, „Exil“ und „Domicile“, an den Eispavillon an der Rossbrücke und die Cafés an der Dillsteiner Straße. Nun wächst in zwei ohnehin belasteten Stadtteilen die Befürchtung, dass sich die Situation zuspitzen könnte: in Brötzingen und im Sedanquartier.

Auf letztere Sorge hat Gerd Frey, Inhaber des Sanitätshauses Stähle an der Bleichstraße, in einem Brief an die Mitglieder des Gemeinderats hingewiesen, der der PZ vorliegt. Die Bebauung des Hafner-Areals unter dem Namen „Sedan-Carré“ beinhalte bekanntlich ein Hotel – und zwar ein Ibis-Style-Hotel der 3-Sterne-Kategorie mit 122 Zimmern. Für dieses habe die Stadt als Genehmigungsgrundlage den Parkplatzbedarf niedrig – auf ganze zwölf Parkplätze – angesetzt und als Grund die Nähe zu öffentlichem Personennahverkehr angeführt, wie sie etwa fürs Parkhotel auch gelte, ohne dass dort ein vergleichbarer „Stellplatzrabatt“ gewährt worden sei, so Frey.

Ninas Ding: Safari im Pforzheimer Parkplatz-Dschungel

Typisch für ein Hotel wie das geplante sei aber, dass die Gäste meist mit dem Auto kämen. Hinzu komme noch die Wohnbebauung. Alles in allem fehlten dort künftig über 60 Stelllplätze. Mit fatalen Folgen, nicht zuletzt für den Handel. Womöglich auch für das Hotel selbst, das sich vielleicht mangels Stellplätzen nicht trage. Und Frey fragt, warum nur ein unterirdisches Parkdeck für den Bau ausreichen soll und keine zweite Etage zur Vorgabe gemacht wurde.

In einer Antwort räumt OB Gert Hager ein, dass zwölf Plätze wenig erscheinen mögen. Die Regelung basiere aber auf einer 2011 vom Gemeinderat beschlossenen Stellplatzverordnung. Der Investor dürfe aber mehr ausweisen. Die Stadt habe diesem für die Stadtentwicklung wichtigen Vorhaben, von dem das ganze Quartier und auch der benachbarte Handel profitieren würden, möglichst wenig Hürden in den Weg legen wollen.

In Brötzingen wiederum wird seit geraumer Zeit über Parkplatzmangel geklagt. Vor allem, seit ein Gebäude der Lebenshilfe den Platz ebenerdiger Stellflächen einnahm. Auch dort, so die Befürchtung, werde dies der Handel zu spüren bekommen. Erste Einzelhändler schlossen. Nun zeichnet sich eine Bebauung des Parkplatzes an der Carl-Hölzle-Straße ab, unter anderem für eine Kita. Das Vorhaben wird kommende Woche im Gestaltungsbeirat vorgestellt. Nach PZ-Informationen regt sich bereits Widerspruch, auch im Weststadt-Bürgerverein.

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