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30.10.2015

Anlegergeld wandert in die eigene Tasche

Pforzheim/Enzkreis. Der Ton des der PZ zur Verfügung gestellten und handschriftlich unterschriebenen Textes ist zerknirscht, der Inhalt brisant: „Zwischenzeitlich sollte Dir ein Schreiben von der Versicherung zugegangen sein, in welchem Du über einen Betrugsfall meinerseits bezüglich Deiner Geldanlage aufgeklärt wurdest.“ Zu Papier gebracht hat dies ein Versicherungsvertreter und Chef eines mit Immobilien handelnden Unternehmens in Pforzheim (das mittlerweile Insolvenz angemeldet haben soll).

In mehr als drei Dutzend Fällen soll Florian R. (Name geändert) seine Kunden um ihr Geld gebracht haben. Er habe sich selbst bei der Staatsanwaltschaft Mannheim angezeigt, weil er, wie er weiter schreibt, „mit meinem Gewissen nicht mehr weiterleben konnte“. Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen im badischen Landesteil bestätigt auf PZ-Anfrage einen solchen Vorgang (ohne den Namen des Geschäftsmannes zu bestätigen), verweist aber darauf, dass man den Fall an die Staatsanwaltschaft Pforzheim abgegeben habe.

Es laufe derzeit ein Ermittlungsverfahren, so Behördenleitern Sandra Bischoff. Darüber hinaus, was der Vorwurf, wie hoch der Vermögensschaden, wie hoch die Zahl der mutmaßlich Geschädigten ist – kein weiterer Kommentar zum jetzigen Zeitpunkt. Nach PZ-Informationen handelt es sich um einen mindestens sechsstelligen Betrag.