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Der Polizeieinsatz kostete nach Angaben der Polizei rund 10.000 Euro.
Alfons818.jpg © Ketterl
27.11.2008

Anrufer muss wegen angedrohtem Amoklaufs mit drei Jahren Haft rechnen - Heute morgen Schule in Althengstett evakuiert

PFORZHEIM. Die Kripo hat die Ermittlungen im Fall des angedrohten Amoklaufs an der Pforzheimer Alfons-Kern-Berufsschule übernommen. Man konzentriert sich darauf, herauszufinden, wer hinter dem Anruf steckt, der am Mittwoch um 12.19 Uhr im Sekretariat der Schule einging.

Im weiteren Verlauf war es zu einem Großeinsatz der Polizei und zur Evakuierung von insgesamt rund 400 Schülern und Lehrern gekommen. Sollte der Unbekannte gefasst und verurteilt werden, drohen im nach Paragraf 126 des Strafgesetzbuches („Störung des öffentlichen Friedens“) bis zu drei Jahre Haft oder Geldstrafe. Hinzu kommen die Gebühren für den Polizeieinsatz. Rechne man alles zusammen – Personalkosten, Sprit für die Fahrzeuge, die aus dem gesamten Enzkreis zusammengezogen worden waren –, komme man locker auf 10000 Euro, so Polizeisprecher Wolfgang Schick.

Im Jahr 2002 verurteilte das Amtsgericht Pforzheim einen 19-jährigen Berufsschüler aus Vaihingen, der in der Folge der Terroranschläge vom 11. September 2001 von seinem Handy aus gedroht hatte, an der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Mühlacker eine Bombe zu zünden. Die Polizei war mit 26 Beamten und zwei Sprengstoffhunden ausgerückt.

Einen Tag nach dem Amok-Alarm in einer Pforzheimer Schule ist am Donnerstag auch in Althengstett (Kreis Calw) eine Schule geräumt worden. Dies berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Wie die Polizei mitteilte, rief um kurz vor 09.00 Uhr eine Frau im Sekretariat der Realschule an und drohte. Die Schulleitung ließ das Gebäude sofort evakuieren. Rund 1000 Schüler wurden mit Bussen fortgefahren. Die Polizei durchsuchte am Vormittag die Schule mit zwei Sprengstoffhunden. Zunächst wurde nichts Verdächtiges gefunden.
Beamte aus neun Streifenwagen waren im Einsatz. Vorsichtshalber wurde die Notfallseelsorge hinzugezogen. Die Kriminalpolizei ermittelt. Ob die Drohung ernst gemeint war oder ob es sich um einen sogenannten Trittbrettfahrer handelte, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. „Alle Möglichkeiten sind offen“, sagte ein Sprecher.