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02.12.2015

Arbeit und Bildung stehen bei Integration von Flüchtlingen im Fokus

Pforzheim. Von den derzeit wöchentlich 62 nach Pforzheim kommenden Asylsuchenden ist bei mindestens 80 Prozent von einer Bleibeberechtigung auszugehen. Ob und wann diese Menschen in ihre Heimatländer zurückkehren, ist völlig offen. „Daher gilt es schon heute, die Weichen für eine gute Integration zu stellen“, erklärt Bürgermeisterin Monika Müller. Sie hatte am Dienstag zu einer von der Stadt durchgeführten Auftaktveranstaltung zur „Integration bleibeberechtigter Flüchtlinge“ eingeladen.

Zusammen mit zwei Dutzend Experten aus den Bereichen Bildung, Sprachkurse, Arbeit, Kultur und Ehrenamt diskutierte die Stadtverwaltung die erforderlichen Schritte hin zu einer erfolgreichen  Integration der Flüchtlinge in Pforzheim. Dabei wurden die Themen Spracherwerb, Bildung, Ausbildung, Arbeit und Wertevermittlung jeweils als eigenständige Themen aufgegriffen.

Beim Thema Bildung bei Kindern und Jugendlichen wurde die Notwendigkeit des Ausbaus von Kindergartenplätzen sowie die rasche Schulanmeldung und Bildung von Sprachförderklassen gefordert. Bei erwachsenen Flüchtlingen wurde begrüßt, dass die Agentur für Arbeit mittels eines Bogens bei allen Flüchtlingen Bildung, Ausbildung, Sprachkenntnisse und sonstige Fertigkeiten erfasst. Damit sei, so die einhellige Meinung ein wichtiger Schritt getan, um Flüchtlinge schnell in Sprachkurse und Qualifizierungsmaßnahmen zu vermitteln.

Die vom Jobcenter der Stadt für 2016 geplante Anlaufstelle „Arbeit für Flüchtlinge“ gemeinsam mit der Agentur für Arbeit und möglicherweise dem Jobcenter des Enzkreises und der Arbeitgebervertretungen wurde ebenso begrüßt, wie die bereits anlaufende Stelle für Bildungsberatung. Als besonders wichtigen Beitrag zur Vermittlung von Wertvorstellungen sahen die Beteiligten die laufenden Angebote im Bereich Kultur und Sport an.

„Integration ist ein langjähriger Prozess“, so Müller. „Gerade das Thema Arbeit wird eine große Herausforderung werden, bei der wir alles unternehmen müssen, damit Flüchtlinge nicht auf Dauer von staatlichen Leistungen abhängig bleiben.“ pm