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Platz schaffen für Neues: Das über 50 Jahre alte Gebäude der Jugendverkehrsschule wird oberhalb des Kellers abgerissen. Markus Geiser, Daniela Vogel und Joachim Lichter freuen sich: Es geht los.  Foto: Meyer 
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Der Neubau, wie er nach Fertigstellung aussehen soll. 

Arbeiten haben begonnen: Steht Rohbau der neuen Jugendverkehrsschule noch vor Weihnachten?

Pforzheim. Man schulde ihm da noch was, ist Markus Geiser überzeugt. Einen Wimpel nämlich. Der heutige Präsident des CfR Pforzheim und Architekt gehört zu jenen Zigtausenden von Pforzheimern im Lauf von bald sechs Jahrzehnten, die ihren ersten Führerschein, den Fahrradführerschein, als Grundschulkind in der Jugendverkehrsschule an der Kaiser-Friedrich-Straße gemacht haben. Wer dabei fehlerfrei oder nahezu fehlerfrei abschnitt, bekam einen Wimpel – und der sei ihm trotz Erfüllung der Voraussetzungen damals vorenthalten worden, spaßt Geiser an diesem sehr frischen Spätherbstmorgen.

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Arbeiten an Jugendverkehrsschule in vollem Gange

Heute ist Geiser der Planer für den Neubau des Gebäudes der Jugendverkehrsschule, und nach bald acht Jahren des Geldsammelns und Planens haben diese Woche die Arbeiten daran begonnen – zunächst mit dem Teilabriss des bestehenden Gebäudes. Aus Kostengründen bleibt der Keller stehen, womit Geiser bereits beim Neubau des CfR-Stadions im Brötzinger Tal Erfahrungen gesammelt hat. An dieses Fundament wird seitlich angebaut, dann kommt ein einstöckiges Gebäude in Holzsystembauweise oben drauf, dessen Teile in Hallen vorgefertigt worden sind. Auch die Einstöckigkeit ist Kostengründen geschuldet – ursprünglich war an einen zweigeschossigen Bau gedacht worden, aber dann kam die Polizeireform, und Pforzheim verlor seine Polizeidirektion. Damit brach ein Teil der Finanzierung weg. Der Bau, der die alte, kleinere und in die Jahre gekommene Jugendverkehrsschule ersetzt und neben dem Schulungsraum um Büros der Verkehrswacht und der polizeilichen Verkehrsprävention sowie eine Teeküche ergänzt, musste abgespeckt werden.

Pforzheim

Startschuss für Neubau der Verkehrsschule

Nun ist das neue Gebäude, Baukosten 580.000 Euro, finanziell ein Gemeinschaftskraftakt der Stadtgesellschaft. Sponsoren wie PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer und Sanitärbetriebsinhaber Mirjan Zorko, hiesige Banken, Spendenaktionen an runden Geburtstagen, kleinere Zuwendungen – neben der Landesverkehrswacht tragen sie alle mit Beträgen zwischen 50 Euro und fünfstelligen Summen zu jenen 550.000 Euro bei, die nun den Start ermöglichen. Für noch fehlende 30.000 Euro liegen konkrete Zusagen vor, wie Daniela Vogel als Vorsitzende der Kreisverkehrswacht sagte. Zudem hofft man noch auf Eigenarbeit von Unterstützern und darauf, dass sich Baubetriebe melden, deren Außenarbeiten im Winter ruhen und die gerne für einen guten Zweck in einem Gebäude-Inneren Hand anlegen möchten.

Zur Zeit in Buckenbergschule

Der Teilabbruch, den wie den Unterhalt des Gebäudes und auch den Verkehrsübungsplatz die Stadt finanziert, soll Ende nächster Woche fertig sein, sagt Bauleiter Joachim Lichter. Übernächste Woche beginne dann der Rohbau mit der Verbreiterung des Kellers als Fundament. „Wenn das Wetter mitmacht, wird vor Weihnachten der regendichte Rohbau stehen“, hofft Lichter. Dann könnte auch das optimistische Ziel erreicht werden, bis März, April 2020 komplett fertig zu sein. Wenn es etwas länger dauert, wäre es aber auch nicht schlimm: Bis Pfingsten ist die Jugendverkehrsschule in der Buckenbergschule untergebracht, wie Daniela Vogel sagt.

Marek Klimanski

Marek Klimanski

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