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Eva Vogt mit einem Kleid, das von den drei Flüssen inspiriert ist. Foto: Eickhoff
Eva Vogt mit einem Kleid, das von den drei Flüssen inspiriert ist. Foto: Eickhoff
26.07.2015

Architektur trifft Mode: Designerin Eva Vogt präsentiert „ge Stadt ten“

Pforzheim wird von vielen seiner Bewohner als grau und unattraktiv angesehen. Die Nachkriegsarchitektur erscheint auf den ersten Blick sperrig und kastenförmig und spielt ein erhebliches Thema in der Goldstadt. Die Modedesignerin Eva Vogt sah jedoch in dem Architekturthema eine große Herausforderung und hat es in einem dreijährigen Projekt in die Mode übersetzt. Im Rahmen des Kulturfestivals Werkstadt stellte sie am Samstagabend das Projekt „ge Stadt ten“ vor und lockte damit zahlreiche Mode- und Architekturinteressierte in die Räume des EMMA-Kreativzentrums in der Emma-Jaeger-Straße.

Die Kreationen der ehemaligen Modestudentin der Hochschule Pforzheim bergen den Blickwinkel, die Stadt mit anderen Augen zu betrachten und um Altes neu zu entdecken.„Die Stadt steht im Wandel. Wir müssen uns den Herausforderungen stellen, und es gilt, vieles zu beweisen. Diese Kreativwirtschaft gehört dazu und Eva Vogt ist Teil dieser Kreativszene und trägt mit ihrer Ausstellung dazu bei“, eröffnete Gemeinderatsmitglied, Carsten von Zeppelin die zweitägige Vernissage.

Die farbenfrohen Kleidungsstücke sind Vogts Hommage an die Stadt Pforzheim, die in Mode Design, Illustration, Linoldruck und Accessoires angefertigt wurden. Dabei waren ihr die Praktikantinnen, Modestudentin Katja Nauheimer und Designerin Miriam Richter eine große Unterstützung. „Ich möchte durch meine Leidenschaft einen neuen Kontext in der Stadt finden, um Neues zu filtrieren. Meine Mode soll dazu aufrufen, genauer hinzusehen“, bekräftigte Vogt. Die aus Würzburg stammende Designerin ließ sich unter anderem von den 50er-Jahre-Bauten Reuchlinhaus und Polizeipräsidium inspirieren. Die Kleider basieren auf der typischen rasterlastigen Architektur der damaligen Zeit und die geografischen Elemente finden sich in den Schnittkonstruktionen wieder.

Die Kunstwissenschaftlerin der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, Elena Korowin, betonte bei ihrer Einführung in die Ausstellung, dass die Besucher nach der Vernissage die Möglichkeit hätten, auf die Straße zu gehen und die Gebäude anders zu betrachten – und nicht immer nur nach unten zu sehen, sondern ab und zu auch mal nach oben.