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Asylbewerber Mustafa Trajan aus Serbien und seine beiden Töchter leben in einem der Appartments an der Adolf-Richter-Straße. Foto: Ketterl
Asylbewerber Mustafa Trajan aus Serbien und seine beiden Töchter leben in einem der Appartments an der Adolf-Richter-Straße. Foto: Ketterl
01.07.2013

Asylbewerberzahl in Pforzheim steigt - Stadt sucht Unterkunft

Die Auswirkungen der momentan bestehenden Kriege und Krisenherde auf der Welt gehen auch an Pforzheim nicht spurlos vorbei. 45 Millionen Menschen befinden sich nach Angaben der Vereinten Nationen zurzeit weltweit auf der Flucht, davon suchen eine Million Zuflucht im Ausland.

Im vergangenen Jahr beantragten 77651 Flüchtlinge Asyl in Deutschland, bis Ende Mai dieses Jahres waren es 38 794. Knapp 100 von ihnen finden in Pforzheim gegenwärtig vorläufigen Schutz vor bewaffneten Konflikten, Verfolgung und Ausgrenzung. Tendenz steigend: Neben den bisherigen zwei Asylbewerberheimen befindet sich die Stadt auf der Suche nach einer dritten Bleibe.

„Die Zahl der Asylbewerber steigt. Gegenüber dem Mai des Vorjahres haben wir in Pforzheim einen 118-prozentigen Anstieg von Asylsuchenden zu verzeichnen“, sagt Michael Strohmayer von der städtischen Pressestelle. Zurzeit leben in Pforzheim etwa knapp 75 Menschen in der Asylunterkunft an der Adolf-Richter-Straße und rund 25 an der gerade erst vergangenen Monat eröffneten Kanalstraße. Doch obwohl beide Unterbringungen insgesamt bis zu 170 Asylbewerbern Platz bieten, ist die Stadt nach Aussage von Strohmayer auf der Suche nach einer dritten Aufnahmestelle.

Zwar sei die Eröffnung dieser zurzeit nicht notwendig – die beiden Unterkünfte an der Adolf-Richter- und Kanalstraße böten noch genügend Platz. „Die Stadt ergreift diese Maßnahme, um besser aufgestellt zu sein und die Anforderungen der Zukunft stemmen zu können“ – der Satz spricht Bände. Momentan habe man die Quote der zentralen Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge in Karlsruhe erfüllt – dort werden Asylsuchende in Baden-Württemberg aufgenommen und den Kommunen anhand der Einwohnerzahl zugewiesen. Daher sei Pforzheim aktuell nicht die erste Adresse bei der Verteilung von Asylbewerbern. „Was die Zukunft bringt, kann aber keiner voraussehen“, so der städtische Pressesprecher.

Mehr dazu lesen Sie in der Dienstagsausgabe Ihrer „Pforzheimer Zeitung“ auf Seite 15.

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