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An der Julius-Naeher-Straße wurden bereits Bäume gefällt. Seibel
An der Julius-Naeher-Straße wurden bereits Bäume gefällt. Seibel
Wo heute Grünstreifen und Busschlaufe sind, soll ein Flüchtlingsheim entstehen.
Wo heute Grünstreifen und Busschlaufe sind, soll ein Flüchtlingsheim entstehen. © Seibel
08.02.2016

Asylheim am Sonnenberg: Rodung trotz Einspruchs gegen Bauantrag

Die Anwohner an der Julius-Naeher-Straße am Sonnenberg verstehen die Stadtverwaltung nicht. Dort, wo bislang die stillgelegte Busschlaufe und ein Grünstreifen zu finden sind, soll nun eine Unterkunft für 40 Asylbewerber gebaut werden. „Das ist ein Unding“, sagt Hans Joachim Heer – „ganz egal, ob es ein Flüchtlingsheim ist oder etwas anderes.“

Bei den unmittelbaren Nachbarn, sagt der 72-Jährige „wird’s dunkel“. Auch die Aussicht sei dahin. Denn deren Häuser liegen deutlich tiefer als das geplante Gebäude. Zudem wundert man sich in der Nachbarschaft darüber, dass die vorbereitenden Arbeiten begonnen haben, obwohl Einwände gegen das ganze Vorhaben vorliegen. „Die direkten Anwohner haben eine Kanzlei beauftragt“, sagt Heer, der zwar nicht unmittelbar betroffen ist, sich aber aus Solidarität beteiligt habe.

„Solche vorbereitenden Arbeiten werden in der Regel vor der Bebauung eines Grundstücks durchgeführt“, erklärt der Pforzheimer Pressesprecher Philip Mukherjee. „Also zu einem Zeitpunkt, zu dem oft noch keine Baugenehmigung vorliegt und auch nicht vorliegen muss, weil damit ja noch nichts über das konkrete Bauvorhaben ausgesagt ist.“ Sprich: Durch die Arbeiten wird noch nicht festgelegt, was genau gebaut wird.

Die Anwohner kritisieren unter anderem, dass die Pläne dem Bebauungsplan widersprechen. Gemäß diesem sind an der Julius-Naeher-Straße keine sozialen Anlagen – als solches zählt eine Asylunterkunft – erlaubt. Doch im Oktober stimmte der Planungs- und Umweltausschuss für einen Aufstellungsbeschluss, wonach das Gebiet als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen werden soll – dann wären soziale Einrichtungen erlaubt. Ob dieser Beschluss umgesetzt wird, wird im Laufe des Jahres der Gemeinderat entscheiden.

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