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Kurioses gab es genug zu finden auf dem 36. Pforzheimer Gruschtelmarkt. © Seibel
10.07.2010

Auch Australier mögen Pforzheimer Gruscht

PFORZHEIM. Beim Gruschtelmarkt wird die Innenstadt zum orientalischen Bazar. Rund 50 000 Gäste, darunter sogar eine Familie aus Australien, stöberten und feilschten zwischen Guildo-Horn-Geschirr und Trockenhauben.

Bildergalerie: Gruschtelmarkt unter sengender Sonne - 2

Keine Schwierigkeit, bei der Samstags-Hitze einen kühlen Kopf zu bewahren, hatte Gruschtelmarkt-Beschickerin Susanne Riedel aus Pforzheim. Ihr Stand mit den Gegenständen aus der Wohnungs-Auflösung ihrer Oma befand sich direkt neben den Wasserfontainen auf dem Marktplatz, so dass sie hin und wieder die kühle Dusche nebenan aufsuchte, um sich zu erfrischen.

Bildergalerie: Gruschtelmarkt unter sengender Sonne - 1

„Wir haben bewusst das Wasser auf dem Marktplatz angelassen und sind dafür auch von vielen Beschickern des Marktes gelobt worden“, freute sich WSP-CityManager Rüdiger Fricke. „Was hier bei dieser unglaublichen Hitze organisatorisch geleistet wurde, ist aller Ehren wert“, so Fricke. Rund 600 Beschicker aus dem In- und Ausland und geschätzte 50 000 Besucher an zwei Tagen, zeigen die Dimensionen dieser Veranstaltung auf. „Bei einem derartigen Andrang wie am Freitag um 15 Uhr kann trotz bester Planung und Organisation nicht immer alles völlig kontrolliert in jedem Detail ablaufen“, erklärte er.

Bildergalerie: Vor dem Start: Händler bereit für gruschtelnde Kunden

„Wir achten darauf, dass die Beschicker die City sauber hinterlassen und nicht als Müllkippe missbrauchen“, betonte er. Da würden dann Bußgelder für die Verschmutzer fällig. Trotz aller Warnungen gebe es einen frechen Müllsünder, der einen Stapel Unrat im unteren Marktplatzbereich hinterlassen hat. „Wir haben in dem Müllberg seine Club-Adresse gefunden und schalten die Polizei ein“, sagte Fricke.

Ein falscher Fuffziger

„Zum Glück hat dieser Guschtl-markt-Sünder seine Adresse hinterlassen, anders als eine Frau, die mit einem falschen Fünfziger bezahlen wollte und dann fliehen konnte“, so Fricke. Der 50-Euro-Schein war stümperhaft gefälscht, auf normalen Papier ausgedruckt, wobei die beiden Seiten des Geldscheins zusammengeklebt waren. Die Frau ist weg, der falsche Fünfziger ist da. Sicherheitsleute des Gruschtelmarktes übergaben ihn der Polizei. Drei verloren gegangene Kinder konnten von Mitarbeitern der Touristinfo wieder an ihre Eltern vermittelt werden, wobei in einem Fall die Polizei eingeschaltet wurde.

Straßencafés rappelvoll

Die größten Profiteure des Gruschtelmarktes sei die Gastronomie gewesen. „Die Straßencafés waren rappelvoll“, sagte Fricke.

Rebecca Koch aus Hohenwart, Schülerin des Hebel-Gymnasiums, die vor fünf Jahren bei der Gastfamilie Trewartha in Bendigo Vicoria in Australien war, hat ihre australischen Gäste beim Gegenbesuch in der Goldstadt am Samstag dorthin geführt, wo es Pforzemer Gruscht zu sehen gab. Und auch für die „Schmuckwelten“ interessierten sich Gayle, Trevor und Abigail Trewartha. Und danach bedauerten die Trewarthas sehr, dass ihre Reisekoffer zu klein für den Pforzheimer Gruscht und den wertvollen Schmuck waren. „Wir wussten gar nicht, dass es in Pforzheim so heiß wie im australischen Sommer bei uns ist“, wunderte sich Gale Trewartha.