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12.08.2008

Auch Regenwetter ist Freibadwetter

PFORZHEIM. Der Himmel ist grau, immer wieder fällt Regen, es geht ein kühler Wind - und das mitten im August. Freibad-Wetter sieht anders aus. Und doch gibt es manche Schwimmer, die auch bei solch einem Wetter ins Freibad gehen - oder sogar gerade deshalb.

Wenn die Sonne scheint und das Thermometer Temperaturen jenseits der 30 Grad anzeigt, herrscht im Wartberg-Freibad Ausnahmezustand. Junge wie alte Menschen aalen sich in der Sonne, Kinder lachen und spielen, besonders Sportliche üben sich in Fuß- oder Beachvollyball. An Regentagen jedoch ist weitgehend tote Hose - wie es in diesem Sommer schon öfter der Fall war.

"Es gab schon einige schöne Tage dieses Jahr", erinnert sich Bademeisterin Angelika Braun, "da ist das Bad auch voll. Aber wenn Regenwetter ist ... naja, Sie sehen ja selbst" sagt sie und deutet auf die leeren Schwimmbecken. Doch auch grauer Himmel und Regen bringen einige Hartgesottene nicht davon ab, ihre Bahnen zu ziehen. "Wir haben sehr viele Frühschwimmer", weiß Braun. "Und abends kommen auch einige, so um 18 Uhr rum." Etwa 20 bis 30 Badegäste kämen auch bei schlechtem Wetter ins Wartbergbad.

Und die Bademeisterin selbst? "Ich finde es eigentlich gar nicht so kalt", sagt Braun und lacht. "Das Wasser ist warm genug", findet sie, und fügt hinzu: "Unsere Schwimmer lieben das." Wenn an Schlechtwettertagen gerade überhaupt kein Badegast anwesend ist, kümmert sie sich ums Heckenschneiden oder Hochdruckreinigen. Dabei findet sie es sinnvoll, dass das Bad auch bei schlechtem Wetter geöffnet ist: "Viele Leute beschweren sich, wenn wir an Schlechtwettertagen zumachen", sagt sie, "gerade die Schwimmer".

Im Schwimmerbecken des Bades herrschen 24 Grad - durchaus angenehm, selbst bei Wind und Regen. Das dachten sich auch zwei Schwimmerinnen, die in dem großen Becken einsam ihre Bahnen ziehen. Regentropfen fallen auf die Wasseroberfläche und ziehen kleine Kreise. Die beiden scheint das nicht zu stören. "Bei warmem Wetter kommen wir eigentlich gar nicht her", verraten sie. "Wenn so Wetter ist wie heute, sind keine nervigen Schüler da, keine kleinen Kinder, man hat einfach seine Ruhe."