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Tierpatinnen streicheln einen von zwei Elch-Bullen im Wildpark. Foto: Eickhoff
Tierpatinnen streicheln einen von zwei Elch-Bullen im Wildpark. Foto: Eickhoff
110 der rund 300 Tierpaten des Wildparks haben am Samstag von dem Angebot Gebrauch gemacht, exklusiv durch die von ihnen geförderte Einrichtung geführt zu werden. Foto: Eickhoff
110 der rund 300 Tierpaten des Wildparks haben am Samstag von dem Angebot Gebrauch gemacht, exklusiv durch die von ihnen geförderte Einrichtung geführt zu werden. Foto: Eickhoff
23.10.2016

Auf Du und Du mit Elch und Co: Wildpark-Paten zu Gast bei ihren Tieren

Pforzheim. Neugierig streckt der Elch-Bulle im Wildpark Pforzheim David Senftleben und Freundin Nathalie Eichinger die samtene Schnauze entgegen, während er genüsslich an dem angebotenem Eichenblätterwerk knabbert. Es ist erst das zweite Mal, dass das junge Paar aus Remseck den Wildpark besucht. Im Februar nahm David eine einjährige Patenschaft für die Pforzheimer Luchse auf und plant sie im nächsten Jahr zu verlängern.

Auch Frank Abts Herz schlägt für die Tiere im Wildpark. So wurde er schon vor über zehn Jahren Pate, der dort lebenden Elche. Die nordische Hirschart ist auch die erste Station der exklusiven Wildpark-Führung für 110 Tierpaten von insgesamt 300 am sonnigen Samstagnachmittag. Im Anschluss durften sich die Patinnen und Paten vom Vorstand des Fördervereins Wildpark persönlich verköstigen lassen. Angeführt von Wildparkleiter Carsten Schwarz und Tierpfleger David Schmitt erhielten die kleinen und großen Gäste einen intimen Einblick in das abwechslungsreiche Leben des Parks, der mit seinen rund 350 Tieren eine der beliebtesten Attraktionen im Raum Pforzheim darstellt. Seit 13 Jahren leitet Schwarz mit großem Erfolg das vielfältige Ausflugsziel und plant mit Unterstützung des Fördervereins immer weitere Attraktionen, wie die große Waldrappen-Voliere. „Die begehbare Großvoliere für die gänsegroßen Ibise mit Sandsteinwand und Wasserfall wird ein Großprojekt werden“, meint Schwarz. „Es hat sich lange hingezogen, bis wir die benötigten 900000 Euro zusammen hatten. Spender für das Projekt zu gewinnen, war schwierig. Die Schönheit der Tiere liegt nunmal im Auge des Betrachters, Waldrappen sind einfach nicht so sexy wie unsere Fischotter.“ Die Weiterentwicklung des Wildparks finanziert sich zu einem großen Teil aus Spenden, Tierpatenschaften und Erbschaften. Pro Jahr besitzt der Wildpark ein Budget von 700 000 Euro, davon werden Löhne, Futter und Reperaturen bezahlt, allein für Klo- und Handtuchpapier gehen 10 000 Euro ab. „Und wir beschäftigen nur 25 Mitarbeiter plus die Jungranger. Im Vergleich liegt zum Beispiel der Heidelberger Zoo weit über uns mit 90 Mitarbeitern. Wir schaffen viel mit wenig Mitarbeitern“, betont Schwarz.

Das beweist auch die erfolgreiche Anzahl von rund 500 000 Besuchern im Jahr und das, obwohl der Wildpark komplett ohne Werbung auskommt. Er ist seit vier Menschengenerationen eine Marke für sich, die nur über die zahlreichen Unterstützungen und persönlichen Beziehungen von Mensch und Tier so erfolgreich wie nie zuvor überlebt.