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Diskussion um bessere Wohnenbedingnungen in der Goldstadt: Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler, CDU-Staatssekretärin Katrin Schütz und Vorstandsvorsitzender der Arlinger Baugenossenschaft Carsten von Zepelin (von links).
Diskussion um bessere Wohnenbedingnungen in der Goldstadt: Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler, CDU-Staatssekretärin Katrin Schütz und Vorstandsvorsitzender der Arlinger Baugenossenschaft Carsten von Zepelin (von links).
13.12.2016

Auf dem Weg zur Wohnstadt - Stadt möchte Besserverdienenden mehr Angebote offerieren

Einigkeit herrscht an diesem Abend darüber, dass Pforzheim dabei ist, einen erfolgreichen Weg zur Wohnstadt zurückzulegen. Die CDU Pforzheim mit ihrem Ortsvorsitzenden Thomas Dörflinger hatte drei Experten in die Firma Goldmann Lindenberger eingeladen.

Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler, Carsten von Zepelin als Vorstandsvorsitzender der Baugenossenschaft Arlinger und die CDU-Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau in Baden-Württemberg, Katrin Schütz, skizzierten in knapp zwei Stunden, was nötig ist, um eine attraktive Stadt zu generieren. Die Moderation hatte Alexandra Baur, Kreisvorsitzende der Frauenunion, übernommen. Unter den rund 60 Gästen gab es im Anschluss eine muntere Diskussionsrunde.

Welche Aspekte sind nötig, um Pforzheim zu einem attraktiven Wohnstandort zu entwickeln?

Die Stadt arbeite an einem wohnbaupolitischen Konzept, sagt Schüssler. Dabei geht es um Aspekte wie Sanierungsgebiete, Quartiersentwicklung, neue Wohnformen und auch das Generieren von Fördermitteln von Bund und Land. Die Innenstadtentwicklung-Ost mit dem Umbau des Schlossbergs gebe für das hochwertige Wohnen und Einkaufen einen entscheidenden Impuls.

Was tut das Land, um die Kommunen im Umbau zu unterstützen und bezahlbaren Mieten zu ermöglichen?

Die sogenannte Wohnraumallianz mit verschiedenen Arbeitsgruppen trägt Vorschläge zusammen, wie mehr Wohnungen zu einem bezahlbaren Preis entstehen können. Pforzheim ruft Fördermittel regelmäßig ab. Erst kürzlich sei ein Projekt mit 48 Wohnungen in der sozialen Preisbindung und einem Zuschuss von 6,2 Millionen Euro bewilligt worden, erklärt Schütz. Laut Schüssler muss die Stadt aber eine Balance finden zwischen geförderten Wohnungen und attraktiven Angeboten für eine zahlungskräftigere Schicht. Die Innenstadt, in der einstmals 15 000 Menschen lebten, müsse wiederbelebt werden.

Haben die Wohnbaugesellschaften einen Sonderstatus unter den Investoren und verteuern das Wohnen unnötig durch Sanierungen?

Die Arlinger Baugesellschaft und die anderen Wohnbaugesellschaften sind als Arbeitsgemeinschaft eng im Gespräch mit der Stadt, sagt Carsten von Zepelin. 60 Prozent der Miete reinvestiere er in den Bestand. Mit knapp sechs Euro Durchschnittsmiete pro Quadratmeter liege die Arlinger nicht besonders hoch. Klar sei aber auch: Wohntraum zu schaffen, unterliege wirtschaftlichen Regeln.

Was fehlt der Goldstadt?

Es gibt bereits gelungene Beispiele für bezahlbaren Wohnraum mit guter Qualität wie das Sanierungsgebiet KF/Weststadt. Trotzdem fehlt Pforzheim laut Schüssler Angebote für die Mittelschicht. Für eine bessere Lenkung und Planung von Wohngebieten plädiert sie für eine Stadtentwicklungsgesellschaft. Diese soll, wie in anderen Städten auch, Grundstücke kaufen. Der Goldstadt fehlt in den Außenlagen Platz, um sich auszudehnen. Deshalb müsse man im Kern an Nachverdichtung denken, und über Aufstockungen von Gebäuden. Man müsse künftig Plätze mehrfach nutzen, ohne sie gänzlich zuzubauen.

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