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Pforzemer Mess

Schlagerparty auf der Mess: Jörg Augenstein präsentiert in fast 60 Minuten ein unterhaltsames Repertoire. Foto: Meyer
Der Gospelchor der Liebfrauengemeinde sorgte mit typischen Liedern wie „Oh Happy Day“ für die passende musikalische Untermalung. Foto: Fischle
Diskussionsrunde zum WM-Auftakt der Deutschen: Von rechts Moderator Jörg Augenstein, „Almgarten“-Inhaber Enrico Becker und die Experten Florian Kuppinger, Rainer Schütterle, Dominique Jahn und Timo di Giorgio. Foto: Meyer
17.06.2018

Auf der Mess geht es rund: WM-Talk und Zeltgottesdienst

Pforzheim. Jede Menge war am Wochenende auf der Mess geboten: Von der Schlagerparty über den ökumenischen Zeltgottesdienst bis hin zum WM-Talk.

„Ein Gotteshaus heißt so, weil sich dort Menschen im Namen Gottes treffen“, erklärte Pfarrer Roland Butscher von der katholischen Kirche zu Beginn des ökonomischen Gottesdienstes am Sonntagmorgen. Aus diesem Grund eigne sich auch das Festzelt auf der Pforzemer Mess, in dem er an diesem Tag gemeinsam mit dem evangelischen Pfarrer Thomas Müller und Schaustellerseelsorger Pfarrer Johannes Bräuchle predigte. Dies sei eine besondere Wertschätzung für die Schausteller und deren Leistung, erklärte Bräuchle, der sich auf Predigten für Zirkus-Leute und Schausteller spezialisiert hat. Müller weißt darauf hin, dass sie in dieser lockeren Atmosphäre besonders gut Zugang zu den Menschen finden und auf sie eingehen könnten.

Beziehung zu Gott

Jedes Jahr findet ein solcher Gottesdienst auf der Mess statt. In den vergangenen Jahren organisierten ihn Pfarrer Müller und seine Gemeinde an der Christuskirche mit der Unterstützung von den Pfarrern Butscher und Bräuchle. Der moderne Gottesdienst thematisierte die persönliche Beziehung zu Gott und wie sie sich in unserem Reden, unserem Handeln, und unserem Einsatz für die Welt widerspiegelt.

Auch Anwohner wie Angelika Reissenweber kommen gerne: „Ich gehe regelmäßig in die Kirche, aber zum ersten Mal hierher ins Festzelt. Es gefällt mir, dass der Gottesdienst zur Abwechslung an einem anderen Ort als in der Kirche ist.“ In schweren Zeiten habe sie durch Pfarrer Müller entdeckt, dass es ihr helfe, in die Kirche zu gehen. Auch Müller selbst fühle sich von Gott gehalten, selbst wenn etwas schief gehe.

Der Gospelchor der Liebfrauengemeinde sorgte mit typischen Liedern wie „Oh Happy Day“ für die passende musikalische Untermalung. Mit knapp 100 Besuchern war der Gottesdienst in diesem Jahr besonders gut besucht. Müller ist der Meinung, dass die Menschen Höhepunkte wie die Pforzemer Mess im Leben bräuchten, denn das stärke die Gemeinschaft.

Bildergalerie: PZ-WM-Talk im Almgarten auf der Pforzemer Mess

Experten analysieren WM-Pleite

Auch das WM-Auftaktspiel der Deutschen Nationalmannschaft hinterließ am Wochenende seine Spuren auf der Messe. Im „Almgarten“ fanden sich zahlreiche Fans zusammen, um ihre Kicker anzufeuern, begleitet vom „PZ-WM-Talk“. Moderiert von Jörg Augenstein, diskutierten PZ-Redakteur Dominique Jahn, Rainer Schütterle (Ex-Profi VfB/KSC), Timo di Giorgio (Futsal-Nationalmannschaft) sowie Florian Kuppinger (Lehrwart der Pforzheimer Schiedsrichtervereinigung) die Auftaktniederlage.

Di Giorgio zog ein negatives Fazit: „Ich habe mir deutlich mehr erwartet. Es hat heute einfach an allem gefehlt.“ Unter anderem, so di Giorgio, hätte Deutschland keine Mittel gegen die Mexikaner gefunden, außerdem hätte die Freude im deutschen Spiel gefehlt.

PZ-Sportexperte Jahn stimmte dem zu: „Die Leichtigkeit war nicht vorhanden.“ Er machte auch das „ganze Drumherum“, also die Diskussionen um das Erdoğan-Foto von Mesut Özil und Ilkay Gündogan, mitverantwortlich für die Niederlage. „Löw wird nun auch als Psychologe gefragt sein“, prophezeite Jahn. Ferner bemängelte er fehlende Eins-gegen-Eins-Situationen, es sei viel zu viel quer gespielt worden.

„Keine Mannschaft gesehen“

Schütterle fand noch deutlichere Worte. „Unterm Strich ist der Auftakt ernüchternd, es war keine Mannschaft zu sehen.“ Insgesamt sei es ein verdienter Sieg für Mexiko gewesen.

In einem waren sich die Experten einig: Die Einwechslung von Marco Reus, die Bundestrainer Joachim Löw in der 60. Spielminute vornahm, war folgerichtig und fast schon überflüssig.

Florian Kuppinger, der das Spiel aus Schiedsrichtersicht verfolgte, hatte wenig zu bemängeln: „Der Schiedsrichter hatte von Anfang an eine klare Linie und hat diese auch durchgezogen.“